· 

The North Face Thermoball und Ausrüstung die auf dem JMT überzeugt haben

Die Brücke über Mono Creek auf dem Weg zu Silver Pass
Die Brücke über Mono Creek auf dem Weg zu Silver Pass

Alles war wir auf den 22 Tagen gebraucht haben war in unseren Rucksäcken bzw. trugen wir an uns. Die Auswahl der Ausrüstung für so eine Tour fängt bereits lange vor der Tour an und basiert meistens auf eigenen Erfahrungen, Beratung im Fachgeschäft und Berichten aus dem Internet. Gewicht spielt dabei eine wichtige Rolle aber so auch die Qualität und das Verhältnis von Preis und Leistung. Ich konnte für dieses Unternehmen vor allem auf Erfahrungen aus 2016 aufbauen als ich den JMT das erste Mal gegangen bin.

Meine Kinder wachsen aktuell sehr schnell somit mußte ich da doch einiges neu kaufen. Meine Tochter konnte dabei auf kleine Frauengrößen und große Kindergrößen zurückgreifen, bei meinem Sohn war die Auswahl noch etwas eingeschränkt. Ein Großteil der Ausrüstung war sehr gut und wir hatten keinerlei Probleme damit. Über die Besten berichte ich nun in diesem Eintrag, die wenigen Enttäuschungen findet man in meinem Ausrüstungs Check Teil 1.

Hinweis auf Werbung: In meinen Berichten finden sich Marken bzw. deren Produkte sowie Links unter anderem zu Marken und Anbietern die ich auf meinen Reisen und/oder für meine Bewertungen genutzt habe. Diese Produkte habe ich alle selbst gekauft. Dabei handelt es sich um eine freiwillig Marken-Verlinkung. 

The North Face Thermoball Jacket

Meine Thermoball Jacke habe ich 2016, nachdem ich den JMT erfolgreich beendet hatte, von meiner Familie bekommen. Grund war das mir Abends nach Sonnenuntergang in meiner Softshell Jacke etwas kalt war und ich erzählt habe das viele JMT Hiker Daunen- bzw. Primaloft Jacken nutzten. 

Deswegen haben wir auch für die Kinder Thermoball Hoodie Jacken gekauft und diese von Anfang an fest eingeplant. 

Ich habe jedoch bis zum Schluß noch überlegt ob ich nicht meine Softshell Jacke wieder mitnehme oder die Thermoball. Letztendlich haben das Gewicht und die Tatsache das es ein relativ kühler Sommer in den Sierras war für die Thermoball Jacke gesprochen. 

Das war eine der besten Entscheidung und wir waren jeden Tag froh diese tollen Jacken dabei zu haben. Super leicht, klein zu verpacken und warm. Die Jacke ist sehr angenehm zu tragen und die Kinder haben auch die Kapuze viel genutzt. Vor allem wenn es viele Moskitos hatte waren die Kapuzen eine super Hilfe. 

Reine-r-Berge Rating für die The North Face Thermoball Jacken: Gewicht und verpackte Größe sind sehr gut, Material fühlt sich angenehm an und die Jacken halten warm.  Kommt jederzeit wieder mit auf so eine Tour und deswegen 5 von 5 Sternen.



Big Agnes Copper Spur HV UL 2

Bereits 2016 hatte ich ein Copper Spur dabei und zwar das Vorgängermodell. Für 2019 habe ich mir die neue Version gekauft und es nicht bereut. Der extra Kopfraum des HV war ein großes Plus denn nun konnten sich beide Personen gleichzeitig aufrecht sitzend im Zelt bewegen. Es ist kein Schlechtwetter Zelt aber es kann Regenschauer und Stürme gut ab. Schon am dritten Abend zog ein Gewitter auf und wir saßen für eine gute Stunde bei Starkregen mit Hagel und Sturm im Zelt. Danach war alles weiß vom Hagel und Pfützen standen überall. Wir hatten einen guten Platz gewählt und somit kam kein Wasser von unten ins Zelt. Von oben gab es gar keine Probleme außer hin und wieder den angesammelten Hagel abzuschütteln. 

21 Mal aufgestellt und abgebaut und nicht einmal ein Problem. Für Touren wie diese, wo kein Dauerregen oder Schneefall zu erwarten ist, gibt es kein besseres Zelt. 

Reine-r-Berge Rating für das Big Agnes Copper Spur HV UL 2: Gewicht und verpackte Größe sind phänomenal, Material fühlt sich dünn an ist aber sehr robust. Nehme ich  jederzeit wieder mit auf so eine Tour und deswegen 5 von 5 Sternen.



Garmin inReach Mini

Mein Spot Gen 2 konnte nur fest gespeicherte Nachrichten senden und keine Empfangen. Auch nutzt es ein Netz mit schlechterer Abdeckung. Da meine Frau Erreichbarkeit verlangte mußte ein moderneres System her. Das Garmin inReach Mini kann via dem Handy bedient werden und Nachrichten senden wie auch empfangen. Am Ende ähnlich SMS kann man mit der Außenwelt in Kontakt bleiben. Es hat einwandfrei funktioniert. Wenn man mehrere Nachrichten auf einmal sendet kann es schon vorkommen das diese durcheinander ankommen. Hin und wieder kam auch eine Nachricht bei meiner Frau nicht an, hingegen habe ich via dem Garmin immer alle Nachrichten von Ihr erhalten. Tracking und das senden von Waypoints hat zu 100% geklappt. Iridium hat eben eine sehr gute Abdeckung. 

Reine-r-Berge Rating für das Garmin inReach Mini: Ein super Wegbegleiter um in Kontakt zu bleiben. Für dieses Sicherheitsgefühlt gibt es 5 Sterne.

MSR Windburner Duo

Da mein Jetboil 1 Liter System für diese Tour zu klein war mußte ein größeres System her. Meine Wahl fiel auf das MSR Windburner Duo Set. Sehr positiv war das niedrigere Profil denn die Gaskartusche ist nicht unter dem Brenner sondern daneben. So stand das ganze System sehr stabil auch wenn der Boden nicht gerade war. Das man ein Feuerzeug braucht ist reine Gewöhnungssache. Das Wasser kocht sehr schnell und nichts klemmt oder hackt am ganzen System. Man kann bis zu einem Liter Wasser auf einmal kochen. Es ist kein Gourmet Kochset jedoch um schnell Wasser zu kochen kaum zu schlagen. 

Reine-r-Berge Rating für das MSR Windburner Duo Kochsystem: Stabil, Zuverläßig, einfach zu handhaben und das Wasser kocht schnell und dafür gibt es 5 Sterne.

Platypus GravityWorks

Wir hatten keine Lust jeden Abend lange Wasser zu pumpen somit mußte eine gruppentaugliches Filtersystem her. Meine Wahl fiel auf das Platypus Gravity Works 4 Liter System. Kurz gesagt ist dieses System genial. Das Wasser entlang des JMT ist prinzipiell gut den es hat kaum Schwebeteile. Im Camp angekommen haben wir das System aufgehängt und nach dem Aufbau des Camps hatten wir 4 Liter Wasser. Einmal am Tag ein Backflush und der Filter war nie blockiert. Wir haben pro Tag etwa 3 Füllungen gefiltert und nie Probleme gehabt. Nachts kam der Filter mit ins Zelt um es vor Frost zu schützen. Hoch oben, ohne Bäume, muß man jedoch etwas kreativ werden. 

Reine-r-Berge Rating für das Platypus GravityWorks 4 Liter Wasserfilter System: Einfach zu handhaben, schnell, zuverläßig und das Wasser schmeckt und dafür gibt es 5 Sterne.



Hanwag Tatra II GTX und Lowa Ledro GTX Mid Junior

Aufstieg zu Glen Pass
Aufstieg zu Glen Pass

Das Thema Schuhe für den JMT füllt ganze Blogs und so jeder hat seine Meinung. Ob klassischer Wander- bzw. Trekkingstiefel, Halbschuh (auch als Low bezeichnet) oder gar Trail Runners haben alle Ihre Berechtigung wenn richtig eingesetzt. Schwer tue ich mir mit Blogs die klare Empfehlungen für die eine oder andere Art von Schuh geben ohne Näher darauf einzugehen.

 

Ich persönlich unterscheide klar zwischen meinen Schuhen und die für meine Kinder. Bei meinen Kinder gibt es keine Kompromisse und schon gar nicht für Gründe wie Gewicht oder Kosten. Sobald ein Rucksack mit etwas Gewicht dabei ist sollten es Stiefel sein. Die Wahl für beide meiner Kinder fiel auf den Lowa Ledro GTX Mid Junior und sie waren super zufrieden. In Kombination mit Smaartwool Merino Wandersocken einfach nur top, keine Druckstellen und auch keine Blasen. Durch die Stiefel waren sie, egal auf welchem Untergrund (und der JMT hat, je nach Winter, alles zu bieten), stabil und sicher unterwegs. 

 

Ich denke für Erwachsene gehen Trail Runners oder Halbschuh/Low Wanderschuhe in Ordnung wenn das Gesamtgewicht des Rucksacks unter 10 kg bleibt. Meistens ist der Weg des JMT gut zu gehen aber es hat auch felsige und je nach Saison schwieriger Bedingungen wo man mit Halt und Stabilität besser vorankommt, in solchen Situationen muß man dann Tempo rausnehmen. Vor allem während der Abstiege sollte man aufpassen und bereit sein die Schuhe an Bächen häufig aus- und wieder anzuziehen. 

 

Ist der Rucksack schwer, wie meiner war bei etwa 17,5 kg, sollte man auf jeden Fall einen Stiefel wählen. Den ganzen Aufwand den man betreibt um den JMT zu gehen sollte man nicht wegen der Schuhe in Gefahr bringen. Die Ausrede das Stiefel Blasen verursachen ist meiner Meinung eben nur eine Ausrede. Wenn man sich die Zeit nimmt gute Schuhe zu kaufen, sich beraten läßt und diese auch vorher ausprobiert dann überwiegen die Vorteile. Der Grund warum man seltener Blasen in Trail Runners bekommt liegt am weichen Material. Da bleibt die Stabilität, vor allem mit schwerem Rucksack, auf der Strecke.

2016 hatte ich unerwartete  Probleme mit meinem Hanwag Ancash II GTX. Ich hatte den Schuh zwar zwei Saisonen ohne Probleme in den Alpen getragen aber unterschätzt wie viel mehr meine Füße in den Sierras anschwellen würden. Das hat zu Blasen geführt. Mit einem Sockenwechsel und guter Fußpflege habe ich es aber nach einer Woche wieder in den Griff bekommen. Für 2019 haben ich mir dann den leichteren Hanwag Tatra II GTX eine Nummer größer gekauft und das war vom ersten Moment an perfekt. 

 

Die richtige Socken Wahl spielt auch eine große Rolle. Wir hatten alle drei Smartwool PHD Outdoor Light Crew Socken dabei. Merinowolle ist bequem zu tragen und diese Socken fusseln nicht und werfen auch keine Falten. Sie trocken schnell und sind dünn damit der Fuß auch ohne Probleme anschwellen kann, so bekommt man auch keine Blasen. 

 

Fürs Camp, bzw. um Bäche zu queren, hatten meine Kinder Keen Sandalen sowie ich eine Merrell Bare Access Flex 2 dabei. So konnte wir Abends aus den Wanderschuhen raus um sie zu trocknen. 

 

Im Gegensatz zu 2016 war 2019 ein Jahr mit vielen Schneefeldern zum Teil gefroren welche man umgehen mußte. Viel Wasser was sonst leichte Überquerungen doch schwieriger machte. Durch die Stiefel konnten wir im Schnee super gehen, hatten den Halt um im Fels eisige Felder zu umgehen, konnten vor allem auf den Abstiegen Tempo machen und mussten unsere Schuhe nur zwei Mal zum Überqueren von Bächen ausziehen. Wir konnten über Steine laufen die etwas im Wasser waren wo alle anderen (eben mit Trail Runners) die Schuhe immer und immer wieder ausziehen mußten. Unterm Strich ist die Wahl eines Stiefels mit GoreTex in einem Jahr wie 2019, auch mit leichtem Gepäck, absolut empfehlenswert.

Reine-r-Berge Rating für den Hanwag Tatra II GTX, den Lowa Ledro GTX Mid Junior und Smartwool PHD Outdoor Light Crew: Perfekte Wanderschuhe und Socken für Trekking auf mittelschwerem Gelände mit Schnee, Stein und Wasser. Würden wir jederzeit wieder auf so einer Tour anziehen und deswegen 5 von 5 Sternen.