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Das John Muir Trail Projekt 2019

Update - ja wir haben es geschafft!

Evolution Creek kurz nach Sapphire Lake
Evolution Creek kurz nach Sapphire Lake

Was für eine Tour! Vom 1. August bis 1. September ware wir in Kalifornien und davon vom  5. bis 26. August auf dem JMT unterwegs. Wir sind wie geplant von Horseshoe Meadow ins Yosemite Valley gewandert. In 22 Tagen haben wir die Strecke von etwa 370 km mit 16.000 Höhenmeter rauf und 17.000 Höhenmeter runter über 13 Pässe zwischen 3.000 und 4.000 Metern zurückgelegt. Den Mount Whitney mit 4.421 Metern erfolgreich bestiegen und uns im Durchschnitt auf fast 3.000 Metern Seehöhe bewegt. 

Weitwanderwege kann man auch mit Kinder gehen und beide hatten viel Spaß dabei. Sie haben auch viel gelernt und mich manchmal im Staub hinter sich gelassen. 

 

Im Laufe der kommenden Monate werde ich drüber berichten, seid gespannt denn es gibt vieles zu berichten. 

Ein paar erste Eindrücke der Tour

Mein neues Big Agnes Copper Spur HV UL 2
Mein neues Big Agnes Copper Spur HV UL 2

Das Projekt fing im Sommer 2018 an und zwar mit einer Einkaufsliste und dem Organisatorischen. 

Auf den Erfahrungen aus 2016 aufbauend und dem Gewichtslimit für meine beiden Kinder war klar meine Ausrüstung muß leichter werden. Gewicht sparen konnte ich durch streichen eigentlich unnötiger sowie dem Kauf neuer leichterer Ausrüstung. Abmarschgewicht Rucksack alles inklusive 2016 war 20,7 kg.

Zuerst nahm ich mir die Big 4 vor:

  1. Rucksack - keine Änderung
  2. Zelt - Upgrade auf das neue BA CS HV UL 2
  3. Schlafsack - Upgrade zum Marmot Hydrogen Regular
  4. Unterlegmatte - keine Änderung

2. Ich habe mich entschieden mein geliebtes originales Copper Spur UL 2 zu verkaufen. Es gab eigentlich nur einen Kritikpunkt an diesem Zelt und zwar der enge Kopfraum. Das hat Big Agnes mit dem Upgrade auf das HV (High Volume) verbessert. Gleichzeitig wurde das Zelt auch leichter und braucht weniger Platz im Rucksack. Laut BA hat das neue Design 20% mehr Volumen gebracht, gleichzeitig wurde das Zelt um 25% stabiler. Ein unglaublicher Deal auf globetrotter.de machte mir meine Entscheidung leichter. Total ist das Zelt um 360 Gramm leichter (Packgewicht) jedoch haben wir nun 2 Zelte dabei und anstelle eines zu teilen muß ich nun ein komplettes Set tragen also am Ende +525 Gramm mehr als 2016. 

 

3. Mein The North Face Fission ist in die Jahre gekommen. In Bezug auf Gewicht und Packgröße zwar immer noch ein Top Schlafsack aber mit den Entwicklungen der letzten Jahr ist Daune wieder stark im kommen und durch neue Technolgien gegenüber Kunstfaser doch einige Vorteile hat. Nachdem ich viele Berichte zu Schlafsäcken gelesen hatte entschied ich mich für den Marmot Hydrogen in Größe Regular. Rating Limit Temperature ist -5° C, 800+ Bauschkraft und 90% Daune sowie sehr gute Bewertungen auf verschiedenen Plattformen und in Tests waren wichtige Punkte. Entscheidend war dann aber die 314 Gramm weniger Gewicht (Kompressionssack inklusive) und das 1/3 kleinere Packmaß. Dazu habe ich mir den Cocoon Expedition Liner Medium gekauft und noch einmal 148 Gramm eingespart. Einsparung total -462 Gramm zu 2016.

 

Fazit bei den Big 4 ist am Ende das ich trotz des gesamten Zeltes das ich nun tragen muß beim Gewicht im Vergleich zu 2016 etwa gleich liege, beim Volumen aber gespart habe. Somit ein erster Erfolg.

 

Reduktion von Ausrüstung und kauf leichterer Kleidungsstücke:

  • Am meisten Gewicht habe ich bei Kleidung eingespart und da vor allem durch Reduktion. Zwei T-Shirts, zwei Unterhosen und zwei paar Socken weniger als 2016 ergibt eine Reduktion von -715 Gramm! 
  • Eine neue Regenjacke, eine neue Softshell Jacke und die Streichung der Regenhose bringen noch einmal -620 Gramm!
  • Da der erste Tag relativ kurz ist und es viel Wasser unterwegs gibt starten wir mit 1 Liter Wasser anstelle von 2 was schon eimal -1 kg ist.
  • Ich nutze dieses Mal eine Kombination aus Handy und den Garmin inReach Mini. Ein Solar Panel ist auch dabei. So kann ich das GPS Unit weglassen sowie den SPOT. Auch das Kartenmaterial habe ich stark reduziert (vieles habe ich auf dem Handy gespeichert). Das ist noch einmal knapp -500 Gramm!

Ein paar weitere kleinere Veränderungen bei Kleidung, Sanitären, usw. ergab total eine Reduktion von 3 kg! Na ja, durch die Größe der Gruppe brauchen wir ein zweites First Aid Kit und einen Gruppen Wasserfilter (Platypus Gravity Works 4L). Mir war nachts immer hin und wieder kalt und somit kommt eine lange Unterhose mit, der Bear Container ist aufgrund der Gruppe größer.

Durch Reduktion auch bei den Kindern (was vor allem Kleidung betrifft) konnten beide noch etwas für die Gruppe tragen was bei mir das Gewicht etwas reduzierte ohne bei den Kindern über das Limit zu kommen. 

Fazit unterm Strich komme ich auf eine Reduktion von knapp 3,5 kg Das eingesparte Volumen braucht der größere Bear Container. Das Ziel war nicht mehr Gewicht oder Volumen als 2016 zu haben und bisher liege ich voll auf Kurs! 

 

Aktuell liege ich bei 17,128 kg, Laura bei 9,408 kg und Marcel bei 8,348 kg. Das ist das Abmarschgewicht der Rucksäcke, was nicht inkludiert ist was wir am Körper tragen. Meine Gewichtsziele haben sich im Laufe verändert und so will ich weiter reduzieren bis wir bei 17,0 / 9,0 / 8,0 kg angekommen sind. Auch mein Bruder liegt aktuell nur knapp über 17 kg was im Vergleich zu 2016 ein enorme Reduktion ist. 

 

Details könnt Ihr unten in meiner Packliste entnehmen. Dort wird aber das Skin-Out Gewicht berechnet, also alles inklusive was man am Körper trägt. Ein paar Gegenstände werden wir untereinander teilen. Diese erkennt man in der Packliste and den Sternen  (ist die Anzahl auch auf 0 trägt es jemand in der Gruppe).

Meine Packliste (lighterpack.com)

Die Route 2019

2016 haben wir die Strecke vom Cottonwood Pass Trail Head bis Rock Creek in einem Tag zurückgelegt und am Ende nach 25 km und knapp 1.000 Höhenmetern waren wir ziemlich müde. Um einen etwas angenehmeren Einstieg im Vergleich zu 2016 zu haben werden wir dieses Mal vom Cottonwood Lakes Trailhead via New Army Pass zu Rock Creek in zwei Tagen wandern. 

Los geht es gegen Mittag von Horseshoe Meadows, genau gesagt vom Cottonwood Lakes TH, bis zu Long Lake vor New Army Pass in 11 km und mit 400 Höhenmeter Anstieg. Am zweiten Tag geht es dann vom Long Lake via New Army Pass bis Rock Creek in 14 km und mit 400 Höhenmeter. Tag 3, wie auch schon 2016, geht von Rock Creek via Guyot Pass bis Crabtree Meadow in 11 km und mit 600 Höhenmeter. Alles in allem drei doch eher leichtere Tage bevor es am Tag 4 von Crabtree Meadow aus auf den Mount Whitney und wieder zurück geht.

Da wir Mittags losgehen brauchen wir weder Frühstück noch Mittagessen mitzunehmen und es reicht auch 1 Liter Wasser pro Person (wir kommen an einem Creek und Seen vorbei - da kann man immer nachfüllen und mit dem MSR TrailShot geht das auch super schnell). So bleibt insgesamt das Gewicht am ersten Tag auch geringer als bei einem Abmarsch morgens via Cottonwood Pass wo es weit weniger Wasserstellen gibt. 

 

Nur nicht übertreiben, vor allem wenn Kinder dabei sind!

Insgesamt haben wir 22 Tage geplant, also plus 3 Tage:

  1. Ein Tag mehr zum Start wie oben erwähnt 
  2. Ein Tag mehr von Mount Whitney bis MTR
  3. Ein Tag mehr von MTR bis Yosemite Valley

Wir haben auch einen Re-supply zwischen dem Start und MTR geplant. Und zwar werden wir via einem Mule Trek am 7. Tag auf unserem Weg von Small Lake nach Rae Lakes versorgt. Wir treffen den Trek vormittags auf unserem Weg zu Glen Pass. Den Service haben wir via Sequoia Kings Pack Trains, Brian and Danica Berner, gebucht. Das ist zwar nicht gerade günstig aber passt bei uns besser als via Kearsarge Pass auszusteigen um den Re-supply machen. 

Insgesamt haben wir die extra Tage auch genutzt um öfters an tollen Plätzen zelten zu können und natürlich um ein paar Hammertage aus 2016 zu entschärfen. Leichtere Tage gibt es auch in dieser Planung damit man müde Muskeln ausruhen kann. 

Probepacken und Trainingsläufe


Vor ein paar Woche haben wir dann das erste Mal probegepackt. Wir haben alles was in den Rucksack soll vorbereitet, gewogen und dann gepackt. Inklusive Wasserflaschen gefüllt mit Wasser. Gefehlt hat nur der Lebensmittelanteil den wir aber mithilfe von Gewichten hinzugefügt haben. Dann ging es 10 km durch die umliegenden Felder und Weinberge. 

Nun sind die Rucksäcke auch gut eingestellt und die Kinder haben ein Gefühl für das Gewicht bekommen. Das Bild in der Mitte zeigt was wir gepackt hatten, nun nach einer weiteren Reduktion ist das weniger geworden. Gestrichen wurden eine Garnitur T-Shirt/Unterwäsche/Socken, das zweite langärmelige Oberteil sowie die Regenhose. Mal sehen ob wir noch ein paar Sachen streichen können. 

In den Pfingstenferien waren wir (wie jedes Jahr) für eine Woche auf einer Hütte in den Bergen und zwar in Valsertal in Tirol am Fuße des Olperers. Dieses Jahr stand aber die Vorbereitung auf den JMT im Vordergrund. Insgesamt waren wir auf 5 Touren, drei davon hatten JMT Charakter also um die 16 km und über 1.000 Höhenmeter rauf und wieder unter. Die Kinder sind in guter Form. Seither habe ich mein Trainingsprogramm intensiviert ;-).