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Yosemite mit Kinder, der erste große Trek

Yosemite ist zu unserer zweiten Heimat geworden. Während unserer 10 Jahre in Kalifornien waren die Sierras immer wieder Ziel unzähliger Wanderungen und Backpacking Trips. Vor allem Yosemite hatte es uns angetan und so verbrachten wir viel Zeit in diesem wunderbaren Park.

Als wir im August 2013 das zweite Mal im Urlaub nach Kalifornien zurückkehrten stand Yosemite wieder ganz oben  und dieses Mal hieß es ab ins Backcountry. 

Eine 4-tägige Wanderung vom Agnew Meadows zurück in den Yosemite, genau ins Tuolumne Meadows, wo auch unser Basecamp stand. Da es ein Oneway Trek war mußten wir einen Transport organisieren. Das hat wunderbar geklappt und so standen wir dann am späten Morgen des ersten Tages an der Bushaltestelle um von Mammoth Lakes zum Ausgangspunkt unserer Tour, das Agnew Meadows, zu fahren. 

Mit dem Bus verließen wir die Zivilisation und sollten erst in vier Tagen im Tuolumne Meadows wieder auf sie stoßen. Trekking in Kalifornien heißt alles mitzunehmen was man braucht wie Zelt, Schlafsäcke, Matten, Essen und vor allem Bear Canister um alles was einen Geruch hat sicher zu verpacken. 

Es ist ein Klassiker und viel begangen, wir haben uns deswegen entschieden in die entgegengesetzten Richtung zu wandern. Das hatte den Vorteil am Ende im Basecamp anzukommen ohne einen Transport zu brauchen. 

Zuerst aber zwei Tage im Gebiet des Tuolumne Meadows um sich zu akklimatisieren, Das Meadow liegt auf knapp 2.700 Meter.

 

Der Tag davor

Tag 1 von Agnew Meadows zum Garnet Lake

Tag 2 vom Garnet Lake nach Rush Creek

Vorbei an vielen Seen! Ein toller Tag, der relativ einfach zu werden schien, lag vor uns.
Vorbei an vielen Seen! Ein toller Tag, der relativ einfach zu werden schien, lag vor uns.

Tag 3 von Rush Creek in den Upper Lyell Canyon

Tag 4 vom Upper Lyell Canyon ins Tuolumne Meadows

Auch mit Kinder ist so eine tolle Tour machbar. Die Kinder waren an der Wahl des Treks beteiligt und auch beim Einkaufen der Verpflegung dabei. So konnten Sie Ihre Ideen und Wünsche von Anfang an einbringen. Die Vorfreude war somit groß und heute noch sprechen Sie über diese Tour und vor allem Garnet Lake.

 

Ein paar Daten zur Tour:

  1. Tag hatte 14 km, 800 Meter Anstieg und 400 Meter Abstieg, ein harter Tag;
  2. Tag war mit 10 km, 500 Meter Anstieg und 400 Meter Abstieg relativ leicht;
  3. Tag ging über Donahue Pass (3.375 Meter)  mit 12 km, 500 Meter Anstieg und 700 Meter Abstieg und war doch härter;
  4. Tag ging dann relativ flach 14 km zurück ins Basecamp;

Total knapp 50 km mit 1.800 Meter Anstieg und 1.600 Meter Abstieg in durchschnittlich 2.900 Meter Höhe mit viel Gepäck, keine einfache Tour die gut vorbereitet und geplant gehört.

 

Um im Yosemite National Park im Backcountry und den umliegenden Gebieten Übernachten zu dürfen braucht man ein Permit und ist verpflichtet Bear Proof Food Container mitzunehmen. Wilderness Permits bekommt man für Yosemite unter nps.gov/yose wo man auch Bear Containers mieten kann. Mehr Informationen dazu und auch zu Bären selbst unter nps.gov/yose. Das Permit muß dort beantragt werden wo man die Tour beginnt. In unserem Fall war das die Ansel Adams Wilderness und Information findet man unter fs.usda.gov, das Permit selber beantragt man via recreation.gov. Bear Container kann man entweder an der Ranger Station wo man das Permit holt oder im Yosemite mieten. 

 

Wandern in den Sierras in Kalifornien, wozu Sequoia, Kings Canyon, Yosemite, Mount Lassen und die Gebiete dazwischen zählen sind echte Wilderness und man muß sich dementsprechend darauf vorbereiten. Hüttensystem gibt es keines und je weiter man sich in die Wildnis begibt desto mehr ist man auf sich gestellt. Neben Bären gibt es Berglöwen, Klapperschlagen, Krankheiten die von Nagern und andere von Mosquitos übertragen werden sowie vieles mehr das man beachten sollte. Bitte vorher informieren wie man sich in diesen Gebieten zu verhalten hat und bitte der Umwelt, den Tieren und unseren Kindern zuliebe daran halten.  

Tipps

Wir haben bei den vielen Tagestouren davor gelernt worauf es unseren Kindern ankommt. Es ist wichtig die Etappen auf die Kinder abzustimmen und Pausen an tollen Stellen zu planen, vor allem wichtig ist es Zeitpuffer zu haben um wenn nötig vom Plan abweichen zu können.

Wir planen nicht nur im voraus gemeinsam mit den Kindern sondern auch unterwegs machen wir vieles gemeinsam. Wir suchen tolle Plätze für Pausen aus und nehmen uns Zeit für die Kinder, ob es Schuhe binden ist oder einfach nur zuzuhören. Kleine Belohnung sind immer im Rucksack und diese haben Sie sich selber ausgesucht. Die Auswahl des Camps ist eine Familienangelegenheit. 

Flexibilität ist wichtig. Am zweiten Tag hatten wir mehr Zeit und so haben wir morgens entschieden die Kinder länger schlafen zu lassen und später als geplant loszugehen. Abends gehen wir oft noch auf Erkundungstour ums Camp, so viel Zeit sollte man einplanen damit es nicht zu schnell dunkel wird. 

 

Die Ausrüstung ist gerade bei Kinder wichtig. Es muß nicht immer eine Marke oder teuer sein aber die Schuhe müssen passen und eingetragen sein und die Kleidung sollte den Kindern farblich schon gefallen. Wenn man sich wohl fühlt geht vieles leichter. Genug Socken mitnehmen, trockene Kinderfüße sind Gold wert auf solchen Touren. 

Tape für Reibstellen, extra Creme für gereizte Stellen, und genug Pflaster um alles mögliche anzukleben sollten im Gepäck sein. Die Kombination aus Sonne, Staub und Schweiss führt gerne zu geröteten Stellen und wenn man früh reagiert wird daraus kein größeres Aua. 

Die Sonne in Südkalifornien ist sehr stark und hoch im Gebirge gleich noch viel gefährlicher. Sonnencreme mit hohem Sonnenschutzfaktor, Kopfbedeckungen, Tuch (damit man auch den Hals vor der Sonne schützen kann) sowie Sonnenbrillen sind ein Muß. Schneereste und Wasser kann ohne Sonnenbrillen gefährlich werden. 

Nachts wird es kalt auch wenn man tagsüber 20 Grad und mehr hat. Nicht selten geht es knapp an den Gefrierpunkt also guten Schlafsack, lange Unterwäsche, und extra Kleidungsschichten mitnehmen. Morgens ist es kalt und sobald die Sonne abends untergeht wird es schnell kalt. Achtung, wenn man baden geht dann nur wenn danach genug Zeit in der Sonne bleibt um sich vom eiskalten Wasser wieder aufzuwärmen. 

 

Es muss schmecken. Das Abendessen und die Snacks haben die Kinder selber ausgesucht, zwar haben wir etwas zur Auswahl vorgegeben (damit auch die Kalorien zur Anstrengung passen und es nicht nur Zucker ist) aber Vorfreude ist ein großer Motivator. 

 

Nicht übertreiben! Am Ende gab es Cheeseburger im Cafe in Tuolumne Meadows, das hatten wir vorher abgesprochen und wir alle haben uns darauf gefreut, vor allem der letzte Tag ging so viel leichter. Wir konnten die Burger schon Kilometer davor riechen, was für eine Motivation das war. Am folgenden Tag stand baden im nahen Tenaya Lake an sowie ein Ausflug runter nach Lee Vining um Eis zu essen. Wander war tabu an diesem Tag und das war den Kindern sehr wichtig. Nur eimal auf Sticky Rock klettern wollte sich mein Sohn nicht nehmen lassen und das haben wir dann auch gemacht. Dieser Tag gehörte unseren Kindern.