
Der nördlichste Teil des Kungsleden stand schon länger auf unserer Liste. Es ist jedoch ein weiter Weg von Süddeutschland bis nach Abisko aber 2025 war es dann endlich so weit. Wir entschieden uns für einen Roadtrip via Schweden zu den Lofoten und auf dem Weg planten wir eine Woche Kungsleden ein.
Wie immer fingen die Vorbereitungen schon fast ein Jahr vorher an, denn wir brauchten eine Unterkunft in Abisko, die Busfahrt von Vakkotavare nach Gällivare und die Zugfahrt von Gällivare zurück nach Abisko. Da wir zu sechst waren habe ich die Tickets vorab gekauft und Plätze reserviert sowie vor dem Abmarsch und nach Ankunft jeweils eine Unterkunft in der STF Touriststation in Abisko gebucht. Vorteil ist das man seine Plätze sicher hat, Nachteil ist fehlende Flexibilität. Wären wir nur zu zweit oder zu dritt unterwegs dann hätte ich das meiste nicht vorab gebucht (nur die Unterkunft vor dem Abmarsch).
Auch bei unserer Ausrüstung brauchte es ein paar Upgrades. Vor allem bei den Regenjacken und Handschuhen haben wir aus den Erfahrungen in der Hardangervidda gelernt. Das Wetter Ende August / Anfang September kann nördliche des Polarkreises sehr wechselhaft sein. Von strahlendem Sonnenschein bis Dauerregen, Sturm und Schneefall kann alles dabei sein. Die Temperaturen können um diese Jahreszeit weit unter den Gefrierpunkt fallen und auch Tagsüber kann es kalt sein, das in Verbindung mit Wind und feuchtem Wetter kann schnell zu Problemen führen. Darauf sollte man eingestellt sein.
Neben unseren beiden Sturmerprobten Zelten hatten wir wieder das Tarp dabei. Gerade bei Wind und Regen ist ein Tarp eine tolle Sache. Etwas dickere (wärmere) Merinosocken kam zum Einsatz sowie der große MSR Stock Pot war mit von der Partie. Zur Ausrüstung die wir dabei hatten kann man in weitere Blogeinträgen einiges erfahren:
Hinweis auf Werbung: In meinen Berichten finden sich Marken bzw. deren Produkte sowie Links unter anderem zu Marken und Anbietern die ich auf meinen Reisen und/oder für meine Bewertungen genutzt habe. Diese Produkte habe ich alle selbst gekauft. Dabei handelt es sich um eine freiwillig Marken-Verlinkung.
Die Route
Wir haben uns früh für die Variante nach Vakkotavare und gegen Nikkaluokta entschieden. Die meisten nehmen den Exit via Nikkaluokta und oft hat es mit dem Burger Joint Lap Dånalds zu tun. Dieser ist Kult und ist vor dem Bootssteg in Enoks am Láddjujohka. Dort bekommt man Rentierburger. Weitere Gründe sind die Besteigung des Kebnekaise (die wenigsten) oder der einfachere Exit nach Beendigung des Trails. Diese Variante des Kungsleden (also von Abisko nach Nikkaluokta) ist eigentlich der Hammarskjöldsleden.
Vorab kann ich schon verraten das nach der STF Singi Hütte (Abzweigung nach Nikkaluokta) deutlich weniger unterwegs waren als auf den Etappen davor. Die meisten sind Richtung Nikkaluokta abgebogen. Wie schon auf dem JMT vermeide ich Instagram Plätze wie VVR (JMT) und in diesem Fall Lap Dånalds, wir sind wegen der Natur gekommen und nach Singi waren wir lange Zeit allein unterwegs.
Für die 106 Kilometer haben wir uns 7 Tage Zeit genommen, obwohl wir über 100 Kilometer in den ersten 6 Tagen gewandert sind. Der letzte Tag war keine 5 Kilometer und war gleichzeitig auch Rückreisetag nach Abisko (Bus und Zug).
Die ersten 3 Tage war das Wetter gemischt. Es regnete immer wieder leicht, es war kalt und windig. Die Sonne sahen wir die ersten 3 Tage kaum. Die Wettervorhersagen (via Garmin inReach Mini) waren sehr gut und es sollte ab dem 4. Tage besser werden. Die Nacht nach dem 3. Tag war sehr kalt, aber wir wachten zu einem klaren Himmel auf und ab da hatten wir bis nach Vakkotavare nur Sonnenschein, ab und zu kamen ein paar Wolken vorbei, aber es war phänomenal (aber kalt vor allem nachts).
Die Etappen waren gut aufgeteilt und mit jedem Tag ging es besser. Tag 3 war der härteste Tag, nicht nur wegen der vielen Kilometer und dem Pass, sondern auch durch das nasskalte Wetter, das uns den ganzen Tag begleitete. Am Ende kamen wir früher in Vakkotavare an und konnten uns noch ein warmes Frühstück kochen.
Bitte beachten das unsere Kinder, auch die beiden Kleinen, viel in den Bergen und der Natur in Skandinavien unterwegs sind. Es empfiehlt sich immer eine Testtour vor einer solchen Unternehmung zu machen (Trekking Camps im Schwarzwald zum Beispiel). Wir haben auch einige Erwachsene getroffen, die sich mit dem Kungsleden übernommen haben. Viele haben vor allem das Wetter und den sehr steinigen Weg (kostet viel Kraft) unterschätzt. Auch UL-Ausrüstung sollte an die Bedingungen angepasst werden (was auf dem JMT ausreicht ist für den Kungsleden meistens keine gute Wahl). Auf Instagram sieht es so einfach und wunderbar aus und meistens scheint auf den Bildern die Sonne.
Tag 1 von Abisko STF Turiststation nach Šiellajohka Camp

Nach dem Frühstück ging es kurz nach 8:00 los. Meine Frau checkte uns aus der Turiststation aus und ich lud das Auto und brachte es auf die gegenüberliegende Seite auf den Parkplatz am Bahnhof. Ich traf meine Familie dann am Ausgangspunkt des Kungsleden wieder und gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum ersten Camp.
Tag 1 war mit 16 Kilometer zwar ein längerer Tag, aber es ging die meiste Zeit angenehm zuerst dem Abiskojokk und danach dem Ábeskojárvi entlang. Erst als wir an der Abiskojaure Fjällstuga vorbei waren, begann ein leichter Anstieg. Der Weg wurde rauer und felsiger. Das letzte Stück zieht sich etwas doch als wir aus dem Nationalpark waren, kamen wir dann doch bald am Camp an. Wir kamen viel früher als gedacht an und waren auch die Ersten im Camp. Wir sahen uns die Campsites auf beiden Seiten der Brücke über den Šiellajohka an und entschieden uns für einen Platz vor der Brücke. Dieser war groß genug, um beide Zelte gemeinsam aufzustellen und hatte für uns alle ausreichend Platz. Die Toilette war leider schon voll und wurde nur im Notfall benutzt, es war Ende der Saison und an dieser Stelle zelten viele. So füllten sich die meisten Plätze bis in den späten Abend auch. Es hat aber genug Platz und auch Abstand, um sich nicht gegenseitig auf die Füße zu treten.
Im Camp angekommen machte ich mich ans Aufbauen der beiden Zelte, die Kinder spielten und meine Frau bereitet die Camp Küche vor. Wir hatten viel Zeit und es war die meiste Zeit auch trocken. Erst nachdem alles Stand kam ein Regenschauer vorbei. Kurz danach kam die Sonne wieder hervor und wir hatten einen Regenbogen über dem Camp. Zu Abend gab es Chili Mac mit klein geschnittenen Pfefferferbeißer als Fleisch und Karotten für den Biss. Darauf frischer Käse fertig war unser erstes Abendessen. Wir hatten wie schon in der Hardangervidda nur glutenfreie Zutaten dabei, mehr dazu findet man hier: Glutenfreies Trekking Essen das Kindern schmeckt
Tag 2 vom Šiellajohka Camp zur Alesjaure Fjällstuga

Am zweiten Tag hatten wir für unsere Kinder eine Überraschung parat. Wir hatten eine Nacht in der Alesjaure Fjällstuga gebucht und erst als wir unterwegs waren, erzählten wir ihnen davon. Morgens ging es gegen 9:00 Uhr auf diese 17,5 Kilometer lange Etappe. Gleich zu Beginn ging es bergauf und dabei ging es über die Baumgrenze. Schon bald konnte man die Seen vor sich sehen. Die Sonne kam immer wieder hervor und so taten sich großartige Blicke auf die Seen und die Berge gegenüber auf.
Fast die halbe Etappe geht es den Seen entlang und bald sahen wir eine Siedlung auf der anderen Uferseite sowie Alesjaure aber die Nähe täuscht, es war noch ein weiter Weg. An einer Stelle mussten wir einen breiten wilden Bach queren, wie sich herausstellte war es die einzige Stelle auf allen Etappen, wo wir unseren beiden kleinen Kindern helfen mussten. Auf meinem Rücken querten sie diese Stelle.
Langsam, aber sicher kam die Hütte immer näher und gegen 16:00 Uhr kamen wir an. Wir legten unsere Sachen ab und gingen in die Hütte um uns anzumelden, im Shop ein paar Sachen zu kaufen und gingen dann in die uns zugewiesenen Hütte.
Alesjaure Fjällstuga ist eine Selbstversorgerhütte, es hat zwar einen Host und einen Shop, aber man hackt sein Holz selbst und bereitet auch sein Essen selbst zu. Wir hatten in einer der vielen kleinen Hütten zwei Vierbettzimmer zugeteilt bekommen und hatten Glück, das niemand mehr hinzukam, die Hütte war an diesem Tag nicht voll. Die Küche teilt man sich und auch hier hatten wir die meiste Zeit alles für uns allein. Wir bezogen unsere Zimmer und gingen in die Küche. Dort heizten wir ein und kochten unser Abendessen. Unsere zwei Jungs hatte sich als "Nachspeise" (oder zweiten Gang) eine Tüte Tortellini im Shop gekauft und diese mit Käse verfeinert genossen. Danach gab es Kekse und Schokolade aus dem Shop. Während meine Frau und unsere ältere Tochter die Saune genossen (ja, die meisten Hütten und Schweden haben eine Sauna) heizten wir in den Zimmern ein und gingen bald ins Bett. Tag 3 hatte es in sich und so wollten wir gut ausgeruht sein um wie geplant über den Pass zu kommen und weit ins Tal dahinter zu wandern. Alesjaure war ein Highlight auf unserer Tour.
Tag 3 von Alesjaure Fjällstuga via Tjäktjapass zum Tjäktjajåkka

Der dritte Tag sollte der anstrengendste Tag werden, mit seinen 20 Kilometern und 400 Meter Anstieg sowie 300 Meter Abstieg hatte er es in sich. An diesem Tag ging es auch über den berühmt berüchtigten Tjäktjapass mit seinen 1.133 Metern. Berüchtigt für die starken Winde und das oft schlechte Wetter auf dem Pass.
Gegen 8:30 machten wir uns auf den Weg. Die Wolken hingen tief, es war sehr kalt und der eisige Wind tat sein Übriges. Die Wettervorhersage war nicht gut, es sollte immer wieder regnen und kalt bleiben. Jedoch sollte es laut Wettervorhersage der letzte Schlechtwettertag werden. So brachen wir mit Zuversicht Richtung Pass auf.
Es zogen immer wieder Regenschauer über uns hinweg, oft hatten wir aber Glück und sie streiften uns nur am Rande. Es blieb den ganzen Tag eisig kalt, aber wir kamen sehr gut voran. Die Kinder legten ein enormes Tempo vor und schon bald war die Hütte nicht mehr zu sehen und der Anstieg zum Pass kam in Sicht.
An diesem Tag zahlten sich unsere Daunenjacken, die 3-lagigen Regenjacken, unsere Merinomützen, Merinosocken in Wanderschuhen und die wind- bzw. wasserdichten Handschuhe aus. Uns war es trotz des eisigen Windes nicht kalt. Wir trafen jedoch viele schlechter ausgestattet Wanderer, die froren, oft ohne Handschuhe mit sehr dünnen Jacken und der Hoffnung das die Wettervorhersage für die kommenden Tage auch so eintreffen würde. Nasse Socken in den nassen Trail Runners taten ihr übriges. Richtung Pass sollte es noch deutlich kälter werden. An diesem Tag wurde deutlich das UL für den Süden (und z.B. dem JMT) nicht gleich UL über dem Polarkreis sein sollte. Wandern soll Spaß machen, frieren gehört nicht dazu.
Schon bald kam die Tjäktja Fjällstuga in Sicht. Ein Zeichen das wir dem Pass deutlich nähergekommen waren. Die Hütte liegt nicht direkt entlang des Weges und wir entschieden uns weiterzugehen. Von der Hütte zum Pass sind es aber noch einmal knapp 3,5 Kilometer meistens leicht bergauf. Holzplanken helfen über den steinigen Boden, nur der letzte Anstieg ist etwas steiler. Auf dem letzten Stück vor dem Pass war es sehr windig und eisig kalt. Oben angekommen verschwanden einige Wanderer gleich in die Schutzhütte um sich vor dem Wind in Sicherheit zu bringen. Wir machten eine kurze Toilettenpause und stiegen dann Richtung Tal ab, wo auch unser Camp für diese Nacht geplant war.
Während des Abstiegs erwischte uns noch einmal eine Regenwand. Es war weiterhin windig und eisig kalt. Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf das letzte Stück Richtung Camp, wir wollten vor dem kleinen See entlang des Tjäktjajåkka zelten. Etwa 4 Kilometer nach dem Pass fanden wir eine sehr schöne Stelle um unsere beiden Zelte aufzubauen. Da es weiterhin windig und kalt war bauten wir zuerst das Tarp auf, um die Kinder und Ausrüstung darunter in Sicherheit zu bringen. Währten die Kinder die Vorzüge des windstillen Traps genossen bauten wir die beiden Zelte auf. Gegen Abend klarte es dann auf und wir konnten weit in beide Richtungen sehen. Es sollte eine kalte Nacht werden und so genossen wir unser Abendessen und wärmten uns mit Tee und Snacks vor dem Schlafengehen auf. Die Kinder erkundeten die Umgebung und hatten viel Spaß, bevor es ins Zelt ging.
Tag 4 vom Camp am Tjäktjajåkka zur Singi Fjällstjuga

Von den Zahlen her sollte Tag 4 ein durchschnittlicher Tag werden. Knapp 17 Kilometer hauptsächlich bergab mit Zwischenstopp an der Sälka Fjällstuga und das bei bestem Wetter. Es war ein eisiger Morgen und da unser Camp morgens im Schatten war entschieden wir uns die Kinder etwas länger schlafen zu lassen. Ziel war es nicht später als 10:00 Uhr loszukommen was für eine frühe Ankunft am nächsten Camp noch reichen sollte.
Es war ein klarer Morgen mit keiner Wolke am Himmel und auch die Wettervorhersage war sehr gut. Der Wind hatte nachgelassen und es wehte nur noch ein Lüftchen. Beide Zelte waren gefroren und ich machte mich als erstes ans Wasserkocher damit die Kinder beim Rauskommen gleich ein wärmendes Getränk haben. Dick eingepackt genossen wir unser warmes Frühstück und bald erreichte die Sonne auch unser Camp. Während die Kinder spielten, bauten wir das Camp ab und machten uns wie geplant kurz vor 10:00 auf den Weg zum nächsten Etappenziel and er Singi Fjällstuga.
Die Sonne wärmte einen beim Gehen und schon bald war uns allen warm. Die erste Etappe bis zur Sälka Fjällstuga hatten wir schnell hinter uns gebracht. Wir machten eine Pause an der Hütte und holten uns im Shop ein paar Snacks. Zwei unserer Trinkflaschen waren isolierende Edelstahlflaschen von Hydro Flash und so genossen wir an kühlen Tagen wärmenden Tee. Aber auch bei Sonnenschein schmeckt so ein Tee perfekt. Somit gabs Kekse und Schokolade mit Tee als zweites Frühstück.
Kurz nach der Hütte kreuzte eine Herde Rentiere unseren Weg. Es war der Tag der Hängebrücken, wir überquerten drei Hängebrücken in kurzer Distanz nacheinander. And er Kuoperjäkka Rastskydd machten wir Mittagspause und genossen die Sonne. Es waren noch 5 Kilometer bis Singi und diese sollten sich dann lange ziehen. So mancher spürte seine Beine auf diesem letzten Stück.
Es ging weiter bei strahlendem Sonnenschein durch eine zauberhafte Umgebung. Man konnte an manchen Stellen noch bis zum Pass zurücksehen, was für ein Tal. Bald kam die Hütte in Sicht und dann ging alles ganz schnell. Die Hütte war bei unserer Ankunft um 16:00 Uhr im Schatten, aber das änderte sich bald, als die Sonne hinter einem Gipfel wieder hervorkam leuchtete das Gebiet um die Hütte in den schönsten Farben. Wir fanden eine tolle Stelle für unsere Zelte und nachdem das Camp stand, gab es auch bald Abendessen. Die Kinder spielten am Wasser bis kurz vor Bettzeit. Es war am Ende ein langer Tag, der aber versöhnlich endete.
Tag 5 von Singi zur Kaitumajäkka Brücke

Nach einer weiteren frostigen Nacht stand heute ein etwas leichterer Tag auf dem Programm. Das Thema Camp war für diesen Tag noch nicht geklärt, aber wir wollten mindestens bis zur Hängebrücke etwa 1,5 Kilometer nach Kaitumjaure Fjällstuga kommen. Da Tag 6 härter werden sollte würden wir, wenn es von den Camps passt, auch weiter gehen.
Mit knapp 14 Kilometern und kaum Höhenmeter nach oben dafür einiges an Abstieg gingen wir es locker an.
Für etwa 9 Kilometer ging es gemütlich nach unten und wir kamen sehr gut voran. Das Wetter war wieder genial und so konnten wir in alle Richtung weit sehen. Kurz vor der Hängebrücke ging es einen Rücken nach oben, um dann direkt mit dem Abstieg Richtung Kaitumjaure zu beginnen. Bald nach der Hängebrücke ging es wieder unter die Baumgrenze, die wir am zweiten Tag überschritten hatten.
Schon bald tat sich ein unglaublicher Blick auf den Padje Kaitumjaure vor uns auf und kurz darauf kamen wir an der Kaitumjaure Fjällstuga an. In strahlender Sonne machten wir unsere Mittagspause, füllten unsere Wasserflaschen auf und kauften im Shop ein paar Snacks ein. Da wir flott unterwegs gewesen waren blieben wir länger an der Hütte und nach einer erholsamen Pause machten wir uns wieder auf den Weg. Die Hüttenwirtin meinte das wir direkt nach der Hängebrücke gute Camps finden, aber danach hat es dann für längere Zeit nur sehr kleine Plätze und später auch kein Wasser mehr.
Es waren nur etwa 1,5 Kilometer von der Hütte zur Hängebrücke und wir waren gegen 15:00 Uhr, also früh da. Wir hätten locker noch ein paar Kilometer gehen können entschieden uns aber den Rat der Hüttenwirtin zu befolgen und bauten hier unser Camp auf. Die beiden Zelte passten gerade so auf den Spot, mit den Guylines musste ich etwas kreativ werden aber am Ende standen beide Zelte sicher da. Hier hatten wir das erste Mal mit Mücken zu kämpfen und unsere Kopfnetze kamen zum Einsatz. Bald kam ein Wind auf und die Mücken verschwanden wieder. Wir kochten unser Essen und genossen das großartige Wetter beim gemütlichen Abendessen. Tag 6 sollte noch einmal ein harter Tag werden. Zwei Anstiegen ein langer Abstieg und eine Bootsfahrt entweder mit Ruder- oder Motorboot. Wir wollte spätestens um 7:00 Uhr los, somit ging es etwas früher ins Zelt.
Tag 6 Kaitumajäkka Brücke bis aufs Stora Sjöfallet Plateau

Die Königsetappe hatte es in sich, mit etwas mehr als 17 Kilometern war es nicht der längste Tag aber mit fast 700 Höhenmeter Anstieg und 400 Höhenmeter steilen Abstieg (zum Tesajaure) sollte es ein harter Tag werden. Aber das war nicht alles, es musste noch der Tesajaure überquert werden, entweder mir Ruderbooten oder, wenn verfügbar, mit dem Motorboot.
Wir standen früh morgens auf und es war der einzige Tag ohne jegliche Kondensation auf den Zelten, somit waren diese schnell verpackt und wir kamen wie geplant kurz vor 7:00 Uhr morgens los.
Es war eine eher warme Nacht gewesen und den Vormittag über hatte es Wolken am Himmel, immer wieder kam die Sonne durch und es tröpfelte zum Glück nur kurz. Laut Wettervorhersage sollte es aber wieder besser werden.
Wir hatten noch den Ratschlag der Wirtin im Ohr und fanden nur ein paar kleine Zeltplätze vor dem ersten Anstieg, danach gab es kein Wasser mehr und erst oben auf dem Plateau gab es wieder gute Plätze mit Wasser. Es war die richtige Entscheidung an der Brücke zu zelten.
Wir kamen superschnell voran und waren vor 10:00 Uhr an der Tesajaure Fjällstuga. Der letzten Kilometer hatte es in sich, es war ein steiler und harter Abstieg zum Seeufer und als wir ankamen, stellten wir fest das nur ein Ruderboot auf unserer Seite war. Wir hätten so den See vier Mal queren müssen damit am Ende wieder ein Boot auf der Nordseite ist. Wären hier zwei Boote gewesen hätte 3 Fahrten gereicht. So gingen wir zum Hüttenwirt und baten um extra Fahrten für uns. Er lächelte und stimmte zu uns mit seinem Motorboot über den See zu bringen. Tickets bezahlt, ein paar Snacks gekauft und schon ging es Richtung Bootshaus.
In zwei Fahrten ging es über den See. Auf der anderen Seite angekommen machten wir eine kurze Pause, bevor es an den zweiten Anstieg ging. Von der südlichen Seite aus konnte man gut die Fjällstuga sowie den Abstieg dahinter sehen.
Der Aufstieg vom Tesajaure bis aufs Plateau zog sich 6 Kilometer lang. Mittagspause machten wir an der Hängebrücke über den Gáppejhåkå, wo es mehrere Zeltplätze hat. Von hier waren es noch knapp 5 Kilometer zum See, wo wir zelten wollten. von hier an klarte es auf und die Sonne ließ die herbstlichen Farben leuchten.
Auf dem Plateau angekommen sahen wir weit über den Alemusjávrre bis in den Sarek Nationalpark. Die Gipfel des Sarek ragten in den blauen Himmel am Horizont. Der Weg zum See war unglaublich schön und am See angekommen suchten wir nach einem geeigneten Platz. Es gibt an beiden Ufern gute Plätze aber auf dem Hügel am südlichen Ufer hat man einen Ausblick wie man ihn sich nicht einmal erträumen kann.
Durch den frühen Abmarsch und das hohe Tempo kamen wir schon gegen 14:00 Uhr am See an. Die Zelte standen auch gleich danach und so blieb viel Zeit, um am See zu spielen und für die Harten sogar eine Runde zu schwimmen. Man konnte sich nicht sattsehen, einfach innehalten und genießen. Von unserem Kochplatz aus hatten wir einen Blick in alle Richtungen und kochten unser letztes Abendessen auf dieser Tour. Obwohl die Sonne scheint, war es eher frisch und kaum ging die Sonne unter wurde es auch kalt. Am letzten Tag mussten wir auch wieder früh los, um den Bus und dann den Zug zurück nach Absiko zu erwischen. Dieses Camp war ein krönender Abschluss einer unglaublichen Reise entlang des Kungsleden.
Tag 7 Stora Sjöfallet Plateau nach Vakkotavare und Abisko

Wir mussten den Bus von Vakkotavare nach Gällivare um 10:00 Uhr erreichen. So mussten wir auch am letzten Tag früh aufstehen um ausreichend Puffer zu haben. Es war ein wunderbarer Morgen und Ausblicken bis weit in den Sarek. Über den See zogen Nebelschwaden und alles leuchtet in herbstlichen Farben.
Nach einem einfachen Frühstück machten wir uns gegen 7:00 Uhr auf den Weg und kamen nach knapp 1,5 Stunden gegen 9:30 an der Vakkotavare Fjällstuga an.
Mit viel Zeit im Rücken kochten wir uns Tee und Kaffee und genossen ein zweites Frühstück.
Mit einem Ausblick über Alemusjávrre ließen wir diese Tour ausklingen. Der Stausee hatte einen beeindruckten Seegang und die Wellen schlugen regelrecht ans Land. Die Sonne schien und uns war angenehm warm. Die Toiletten waren genauso willkommen wie die Seife und das Wasser zum Händewaschen. Kurz vor 10:00 Uhr packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg zu Bushaltestelle wenige Meter entfernt von der Hütte.
Mit dem Bus und Zug zurück zur Abisko STF

Der Bus kam pünktlich. Am Ende warteten etwa 20 Wanderer an der Bushaltestelle. Die Rucksäcke wurden verstaut und dann ging es ab in den Bus. Die erste Etappe war bis Kebnats, wo ein Schiff den Stausee quert, um den Kungelnden auf der anderen Seite fortzusetzen. Der Bus macht hier eine lange Pause und wir nutzten die Zeit, um etwas zu essen und trinken und um die Umgebung zu genießen.
Danach ging es ohne Stopp bis nach Gällivare an den Bahnhof, wo wir Zeit für ein Eis hatten. Der Zug kam pünktlich und wir suchten unsere reservierten Plätze, um via Kiruna nach Abisko zu fahren. Für uns ging es bis nach Abisko STF, dem kleinen Bahnhof direkt an der STF Tourist Station und eben dem Start des Kungsleden. Leider hatten der Zug eine Panne am Bahnhof davor in Abisko und wir kamen etwa eine Stunde zu spät an.
Wir checkten in die STR Tourist Station ein und bezogen unser Quartier, wir bekamen ein Upgrade in die luxuriöseren Hütten.
Während einer nach dem anderen duschte packte ich die Rucksäcke aus und alles wieder in die Taschen, um diese dann im Auto und der Dachbox zu verstauen. Ich durfte als letzter duschen und hatte zum Glück noch heißes Wasser.
Nachdem alle geduscht und umgezogen waren holten wir uns Pizza und Burger und feierten unsere erfolgreiche Wanderung entlang des Kungsleden.




























































































































