Top Backpacking Trips im Südwesten der USA

Blick in den Grand Canyon während des Abstieg entlang des Hermit Rapids Trail
Blick in den Grand Canyon während des Abstieg entlang des Hermit Rapids Trail

Backpacking (in unsere Breiten eher als Trekking bekannt) wurde zu einer unserer Leidenschaften und so oft es machbar war ging es mit Zelt und Pack in die Wildnis. In den ersten Jahren in Kalifornien waren unsere Kinder aber noch zu klein um sie mit auf solche Touren zu nehmen. 

In diesem Eintrag geht es um unseren liebsten Backpacking Touren über die bisher im Blog nicht berichtet wurde. Es sind echte Juwelen dabei und manche davon sind wir mehr als nur einmal gewandert. 

Diese 8 Favoriten liegen in drei National Parks und zwar im Grand Canyon, Yosemite und Sequoia Kings Canyon. Die Dauer der Touren variierte zwischen 2 bis 5 Tage. 

Manche der Gegenden findet man in anderen Einträgen wieder und zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Es ist echt toll diese Bilder zu vergleichen, das war für mich während dem Zusammenstellen der Bilder ein echtes Highlight. 

 

Die Touren sind nach National Park gegliedert präsentiert und mit Karten versehen. Da es sich um acht Touren handelt sind die Beschreibungen kurz gefasst.  Klassiker wie der Rae Lakes Loop, Geheimtipps wie den Little Five Lakes Loop, unsere Erstbesteigung des Mount Whitney, eine Schneeschuhtour auf mehrere Metern tiefen Schnee, die High Sierra Camps und vieles mehr warten in diesem Eintrag. 

 

In einem zweiten Eintrag werde ich über unsere liebsten Tagestouren berichten verstreut über die ganze Westküste der USA. 

 

Hinweis auf Werbung: In meinen Berichten finden sich Marken bzw. deren Produkte sowie Links unter anderem zu Marken und Anbietern die ich auf meinen Reisen und/oder für meine Bewertungen genutzt habe. Diese Produkte habe ich alle selbst gekauft. Dabei handelt es sich um eine freiwillig Marken-Verlinkung. 

Yosemite National Park Trekking

Benson Pass Loop - 5 Tage

Smedberg Lake
Smedberg Lake

Diese Tour führt in den Nordosten des Parks und startet bzw. endet im Tuolumne Meadows, eine Tour die es es in sich hat. Über 90 km lang und mit mehr als 3.000 Höhenmetern rauf und wieder runter führt sie in ruhigere Gebiete des National Parks. Sobald man den Tuolumne River verläßt ist man fast alleine unterwegs. Zeitweise wandert man auf dem PCT und kommt an einer Reihe an Seen vorbei. Tag eins war ein Hammer Tag aber so konnten wir die nächsten Tage etwas ruhiger angehen und mehr Zeit z.B. am Smedberg Lake und im Pate Valley verbringen. 

  1. Tuolumne Meadows bis Miller Lake
  2. Miller Lake via Benson Pass zum Smedberg Lake
  3. Smedberg Lake ins Pate Valley  
  4. Pate Valley zum Waterwheel Fall
  5. Waterwheel Fall bis Tuolumne Meadows

 

Der Benson Pass Loop war die erste 5 tägige Tour und ein wahrer Test zu den Themen Ausrüstung, Gewicht und Verpflegung. Es war ein trockenes Jahr und zum Thema Wasser eine echte Leere immer die Flaschen voll zu halten. Obwohl man an vielen Seen vorbeikommt und ein gutes Stück dem Tuolumne River folgt gib es einen langen trockenen Abstieg der damals, nach einem Waldbrand, keinerlei Schutz vor der intensiven Sonne bot. In dieser Höhe und in Kombination mit der intensiven Sonne und der extrem trockenen Luft Südkaliforniens wird das nicht nur zur Qual sondern kann auch gefährlich werden. Diese Erfahrung hat mich vor ähnlichen Fehlern entlang des JMT bewahrt. 

Der Benson Pass Loop ist eine willkommene Abwechslung um in entlegenen Gebiete des Yosemite National Park zu wandern. 


High Sierra Camps Loop - 3 Tage

Vogelsang High Sierra Camp, Yosemite
Vogelsang High Sierra Camp, Yosemite

Es gibt 5 High Sierra Camps im Yosemite National Park, in zwein davon haben wir übernachtet, besucht haben wir sie aber alle. Namentlich sind es May Lake, Glen Aulin, Vogelsang, Merced Lake und Sunrise High Sierra Camps. Offiziell sind es sechs Camps denn es gibt ein weiteres in Tuolumne Meadows welches oft als Ausgangspunkt der Tour dient. Es liegt aber an der Straße und ist mehr ein Zelt Hotel. Die High Sierra Camps erlauben es einem auf relativ einfache Art durch das Herzen des Yosemite Hochlands zu touren. Es gibt auch die Möglichkeit diese Tour als Mule Trek zu unternehmen. 

Wir sind eine verkürzte Tour gelaufen und zwar einen Loop von Tuolumne Meadows aus via Sunrise (wo wir aber nicht geblieben sind) zum Merced Lake HSC weiter via dem Vogelsang HSC zurück nach Tuolumne Meadows.

  1. Tuolumne Meadows Campground via Cathedral Pass zum Merced Lake HSC
  2. Merced Lake HSC via Vogelsang Pass zum Vogelsang HSC
  3. Vogelsang HSC via Ireland Lake und Lyell Canyon zurück ins Tuolumne Meadows

Uns hat es so gut gefallen das wir diese Tour zwei Jahre später ein weiteres Mal gegangen sind. Ähnlich den Hütten in den Alpen bekommt man Schlafplatz und Verpflegung in den Camps. Anders als in den Alpen muß man wegen dem hohen Interesse an einer Lotterie teilnehmen oder eine organisierte Tour buchen. Es ist auch nicht günstig. Wenn man ein Permit ergattert wird man mit einem unglaublichen Erlebnis belohnt. Je nach Schneelage kann es aber passieren das die Camps spät im Jahr, manche Camps gar nicht oder gar keines aufmacht. Wir hatten bei den beiden HSC Touren Glück standen aber schon bei anderen Touren vor leeren Flächen (Camps werden dann gar nicht aufgestellt). 

Die Hütten aus Zeltplanen sind relativ einfach. In Vogelsang, das höchst gelegene Camp, gibt es kleine Holzöfen in den Zelten. Essen wird jeden Abend frisch gekocht und schmeckt echt lecker. Aufgrund der Bären gibt es strenge Regeln an die man sich besser halten sollte. Ein echtes Erlebnis und jeden Dollar sowie jede Anstrengung wert. Einen Sonnenuntergang am Vogelsang HSC wird man nicht so schnell vergessen. 


Tuolumne Meadows via Pate Valley nach White Wolf - 3 Tage

Entlang des Tuolumne River kurz vor Pate Valley
Entlang des Tuolumne River kurz vor Pate Valley

Es war eines der schneereichsten Jahre die wir in den Sierras erlebt haben und da in den Höhenlagen noch viel Schnee lag mußten wir wir unsere geplante Tour ändern. Anstelle einer Hochtour rund um das Little Matterhorn wanderten wir von Tuolumne Meadows dem Tuolumne River folgend nach White Wolf. Diese Tour führt durch den wildesten Canyon im Yosemite auch bekannt als Grand Canyon of the Tuolumne. 

Das viele Schmelzwasser hatte es aber in sich. Die Wasserfälle waren enorm aber wir mußten viel durch eiskaltes Wasser gehen (wie im Bild links zu sehen). Überflutete Gebiete und Bachdurchquerungen wurden so zur Härteprobe. Zum Teil  mußten wir mehr als hundert Meter durch das eiskalte Wasser laufen. Zum Glück war es sonnig und warm. 

  1. Tuolumne Meadows zum Waterwheel Fall
  2. Waterwheel Fall nach Pate Valley
  3. Pate Valley nach White Wolf

Die Tour war relativ kurz und die Höhenmeter überschaubar aber das Wasser machte das ganze zu einem echten Abenteuer. Auf dieser Tour lernten wir wie man mit solchen Situation umgeht und nicht nur warm bleibt sondern sicher schnell fliessende Bäche durchquert. Zeitweise mußten wir mehr als hundert Meter durch überflutete Gebiete laufen. Das Wasser war da zwar nicht tief aber extrem kalt und so mußten wir regelmäßig auf Baumstämme hochsteigen und unsere Füße aufzuwärmen.  

Die Tour führt durch die schönsten Teile des Tuolumne Canyon vorbei an vielen Wasserfällen und Wassercascaden. Auch ohne so einem extremen Wasserstand ist es eine sehr schöne Tour. Von White Wolf haben wir den Bus zurück ins Tuolumne Meadows genommen. 


Grand Canyon National Park Trekking

Hermit Rapids - 2 Tage

Die Hermit Rapids des Colorado Rivers im Grand Canyon
Die Hermit Rapids des Colorado Rivers im Grand Canyon

In den Grand Canyon hinabzusteigen um am Colorado River zu übernachten stand schon immer ganz oben auf unserer Liste. Es ist extrem schwer einen Platz in der Phantom Ranch zu bekommen und so haben wir nach Alternativen gesucht. Der Bright Angel Trail ist extrem überlaufen und von Insidern wurde der Hermit Rapids Trial vorgeschlagen. Dieser beginnt bei Hermits Rest, der Endstation des Shuttlebusses und endet an den berühmt berüchtigten Hermit Rapids, riesige Stromschnellen. Der Trail ist nicht im besten Zustand und ist weit weniger frequentiert. Eine gute Jahreszeit um in den Grand Canyon abzusteigen (bzw. wieder aufzusteigen) ist der Herbst. Oktober war für uns immer der Beginn der Touren in die Wüstenregionen und so ging es dieses Mal im Oktober an den Grand Canyon. Mit einer Übernachtung ging es an den Colorado River.

  1. Hermits Rest zu den Hermit Rapids
  2. Hermit Rapids zu Hermits Rest

Nicht die Kilometer schlagen zu Buche sondern die Höhenmeter auf doch kurzer Distanz. Der Abstieg geht in die Knie, der Aufstieg ist schier unendlich lang. Belohnt wird man aber mit einem einfach unglaublichen Erlebnis und einen Einblick in den Grand Canyon den man von oben nie bekommen kann. Uns hat es so gut gefallen das wir sie im folgenden Jahr noch einmal Mal gemacht haben. Das erste Mal haben wir unter freiem Himmel an den Rapids übernachtet und das zweite Mal dann im Zelt im Hermit Creek Campground etwas über den Rapids. Das tosen der Stromschnellen ist Ohrenbetäubend und man spürt die Vibrationen am ganzen Körper. 

 

Auf jeden Fall eine der besten Touren die wir je gemacht haben. Beim ersten Mal war Hochwasser und der Colorado zeigte sich von seiner wilden Seite. Das zweite Mal war der Fluß ruhiger jedoch die Stromschnellen haben es in sich. Der Blick hoch den Canyon ist atemberaubend, meiner Meinung nach besser als der Blick von oben. 


Sequoia Kings Canyon NP Trekking

Pear Lake Ski Hut - 2 Tage

Der Morgen nach dem Schneesturm, keine Spuren zu sehen
Der Morgen nach dem Schneesturm, keine Spuren zu sehen

Jeden Winter zog es uns mit den Kindern in die Sequoia und Yosemite National Parks. Im meterhohen Schnee spielen und mit Schneeschuhe in die Wildnis ziehen. Eines Tages in der Wildnis im Schnee zu übernachten wurde so schnell zu einem unsere Ziele. Ganz oben auf unserer Liste Stand ins Tuolumne Meadows im Winter mit Schneeschuhe zu wandern um dort im Zelt zu übernachten und die tief verschneite Umgebung zu erkunden. Das haben wir aus organisatorischen Gründen leider bisher nicht geschafft aber die Tour zur Pear Lake Ski Hütte schon. Es ist ein Ausflug in die tief verschneite Wildnis der Sierras. Alles ist wie in Watte gepackt und man hört sein eigenes Herz klopfen. 

 

Wir waren in diesem Gebiet bereits zwei Mal im Sommer und wollten es unbedingt auch im Winter sehen. Im Winter lebt im oberen Teil der Hütte ein Ranger und unten können bis zu 10 Personen übernachten. Reservierungen sind nicht immer leicht zu bekommen, vor allem die Wochenende sind lange im voraus voll.  So nahmen wir ein paar Tage frei um Mitte der Woche zur Hütte zu wandern. Wir hatten Glück und waren nur zu viert in der Hütte plus dem Ranger.

  1. Wolverton Parkplatz zur Pear Lake Ski Hut
  2. Pear Lake Ski Hut zum Wolverton Parkplatz

 

Das Wetter war unbeständig und in den Sierras kann es immer sehr schnell umschlagen. Man muß auf alles vorbereitet sein. Es ist aber keine Anfänger Tour und vor allem bei Ski Tourengeher beliebt. Man sollte unbedingt vermeiden mit Schneeschuhen die Spuren der Tourengeher zu nutzen. Einfach eine getrennte Spur ziehen und so bleiben alle Freunde. 

 

Es war ein schneereicher Winter und die im Sommer hoch oben auf den Bäumen angebrachten gelben Wintermarkierungen waren zum Greifen nahe. Wir erreichten die Hütte als der erwartete Schneesturm gerade losbrach. Der nächste Tag sollte aber genial werden und er wurde es auch. Man muß sich im Winter schon selbst zurechtfinden und sich auch selbst zu helfen wissen. Im tiefen Schnee zu spuren kostet viel Kraft und diese Tour überwindet auch knapp 1.000 Höhenmeter. 

 

Wir waren davor schon im Winter im Yellowstone National Park mit Schneeschuhen unterwegs, zwar von einem Basecamp aus aber da lernten wir mit dem vielen Schnee und der Kälte umzugehen. Diese Tour zu Pear Lake Ski Hut war ein unvergessliches Erlebnis und im Winter ins Tuolumne Meadows zu wandern steht weiterhin auf unsere Liste.


Horseshoe Meadow zu Mount Whitney und zurück - 5 Tage

Wetterschutzhütte auf dem 4.421 Meter hohen Gipfel des Mount Whitney
Wetterschutzhütte auf dem 4.421 Meter hohen Gipfel des Mount Whitney

Einmal auf dem Gipfel des Mount Whitney zu stehen ist nicht so einfach wie es klingt. Vor allem vom Osten her ist es ein Gewaltmarsch aber das Hauptproblem ist es ein Permit zu bekommen. Auch hier muß man wieder an einer Lotterie teilnehmen und ist dann selten alleine unterwegs. 

So wurde uns schnell klar das wir den Gipfel vom Westen her besteigen werden. Man muß dazu aber nach Crabtree Meadow kommen und das braucht für gute Wanderer zwei Tage in jede Richtung. Somit wurde das unsere zweite 5 tägige Tour. 

 

Ausgangspunkt war für uns Lone Pine wo wir im Dow Villa Hotel übernachtet haben.  Von da fuhren wir früh morgens ins Horseshoe Meadow, unserem Start- und Endpunkt dieser Tour. Der erste Tag war gleich ein langer Tag aber so konnten wir Tag zwei, den Tag vor dem Gipfelanstieg, leichter angehen.  Es wurde eine Art Lollipop Loop.

  1. Horseshoe Meadow via Cottonwood Pass zum Lower Rock Creek Campground
  2. Lower Rock Creek Campground via Guyot Pass ins Crabtree Meadow
  3. Crabtree Meadow auf den Mount Whitney und zurück ins Basecamp im Crabtree Meadow
  4. Crabtree Meadow via Guyot Pass bis Lower Soldier Lake
  5. Lower Soldier Lake via New Army Pass ins Horseshoe Meadow

Am Gipfeltag gingen wir um 3:30 Uhr morgens los um noch vor dem Ansturm aus dem Osten auf dem Gipfel zu sein. Es war Vollmond und wir haben unsere Kopflampen nicht gebraucht. Bis Guitar Lake ist es ein einfacher Weg aber danach beginnt der eigentlich Aufstieg und man steigt via Serpentinen bis Trail Crest auf, dort treffen die beiden Aufstiegsrouten aufeinander und ab hier sind es noch 3 km bis zum Gipfel. Nach einem kurzen ersten Anstieg sieht man den Gipfel die ganze Zeit vor sich aber es zieht sich. Wir trafen auf viele erschöpfte Tageswanderer, die vom Osten her aufsteigen, und hatten immer ein mulmiges Gefühl beim Überholen. Viele hatten für den letzten Teil des Aufstiegs und folglich auch für einen Teil des Abstiegs kaum noch Wasser und wir haben einen guten Teil  unseres Wasser an andere Wanderer abgegeben. An Guitar Lake hatten wir unsere Flaschen sowie die Reserveflasche aufgefüllt und somit einen Vorrat von 3 Liter pro Person. Denn ab Guitar Lake, bis man wieder zurück ist, gibt es kein Wasser mehr. 

 

Wir waren vor 10:00 auf dem Gipfel und es war doch mehr los als wir erwartet hatten. Wir blieben eine Stunde auf dem Gipfel und nach kurzer Zeit waren wir auch fast alleine oben. Wir genoßen jeden Moment und wir wollten auf jeden Fall wieder kommen, bisher war ich nun bereits drei Mal auf dem Mount Whitney.

Auf unserem Abstieg kam uns dann der nächste Schwung Tageswanderer entgegen. Nach Trail Crest waren wir dann wieder fast alleine unterwegs. Unser Wasser reichte gerade bis Guitar Lake und mit einem guten Gefühl andern geholfen zu haben füllte ich unsere Flaschen wieder auf. In Crabtree angekommen hatten wir noch einen tollen Abend mit dem Ranger der uns am Tag zuvor zu sich eingeladen hatte. Es gab selbst gefangene geräucherte Forelle als Vorspeise und Pizza als Hauptgericht, dazu Wein. Wir sollten diese Ranger noch öfters wieder in Crabtree treffen, auch 2019 als ich mit meinen Kinder den JMT gemacht habe. 

 

Am nächsten Morgen ging es ohne Muskelkater, muß am Wein gelegen haben, zurück aber dieses Mal Richtung New Army Pass. Camp schlugen wir am Lower Solider Lake auf und dieser Platz ist einfach genial. Von dort kann man via einem Pfad zum Upper Soldier Lake wandern. Der Wege ist aber nicht markiert. Der letzte Tag ging via dem New Army Pass und den Cottonwood Lakes zurück zum Ausgangspunkt. Der Aufstieg auf den New Army Pass vom Westen her ist nicht besonders spektakulär aber der Blick vom Pass Richtung Osten auf die Cottonwood Lakes ist phänomenal. 

 

Diese Tour hat es in sich, viele Kilometer und noch mehr Höhenmeter aber es ist auch eine unglaublich schöne Tour und nicht nur der Gipfel des Mount Whitney hat seinen Reiz sondern der gesamte Weg hin und retour. 


Little Five Lakes Loop - 4 Tage

Unser Camp an Little Clair Lake nach einem heftigen Gewittersturm
Unser Camp an Little Clair Lake nach einem heftigen Gewittersturm

Der Rae Lakes Loop Trail ist einer der Top Touren in den USA und das aus gutem Grund. Die Little Five Lakes Runde steht dem aber in nichts nach, wird aber aufgrund des abgelegenen Ausgangspunkt weit weniger begangen. Ein echter Geheimtip um die unterschiedlichsten Vegetationsgebiete, die es im Sequoia Kings Canyon National Park gibt, sowie Atemberaubenden Gipfel und Gebirgszüge auf einer Tour zu erleben.

Mineral King, der Start- und Endpunkt, liegt abgelegen von den Touristenwegen und die Zufahrtsstrasse ist für größere Fahrzeuge, auch die meisten Camper, gesperrt. Als Basecamp nutzen wir das Silver City Resort, wo man kleine Hütten mieten kann und einen der besten Pie bekommt.

Mineral King selbst sieht aus als liege es inmitten der Schweiz, kaum ein Gebiet in den Sierras ist so Sattgrün und voller Blumen. Mit Rae Lakes gemeinsam die beste Tour die wir gemacht haben. Sie hat es aber in sich denn man muß über drei Pässe und hat weit mehr Höhenmeter zu bewältigen. 

  1. Mineral King via Franklin Pass zum Little Clair Lake
  2. Little Clair Lake zu Little Five Lakes
  3. Little Five Lakes via Black Rock Pass bis Cliff Creek Campground
  4. Cliff Creek Campground via Timber Gap zurück nach Mineral King

Der erste Tag hatte es in sich, aber das wurde zu unserem Markenzeichen denn wir wollten am ersten Tag weit ins Backcountry um dort mehr Zeit zu haben. Wir starteten im sattgrünen Tal und wandert Richtung Farewell Gap. Gleich nach dem ersten Kilometer stand ein grosser beeindruckender Schwarzbär etwa 100 Meter vor uns, sah uns kurz an, und ging seine Wege. Nach dem ersten harten Anstieg ändert sich die Vegetation und es wurde trocken. Die Vegetation ist nun mehr Foothills ähnlich bis man über Franklin Pass kommt, von da an wandert man durch die mehr übliche High Sierra Vegetation vorbei an Creeks und Seen sowie hohen Bergen die alles mit Schmelzwasser versorgen. Kurz vor Little Clair Lake holte uns ein heftiges Gewitter ein, die Temperatur stürzte bis an den Gefrierpunkt und es hagelte zeitweise stark. Zur Glück haben wir immer eine Regenausrüstung dabei. Nach dem Gewitter kam die Sonne wieder hervor. 

Am Blick von Little Clair Lake Richtung dem Kaweah Peaks Ridge kann man sich nicht sattsehen. Der Blick auf Sawtooth Peak, den man auf dem Weg zu den Seen in den Blick bekommt, sucht seines gleichen. 2016 und 2019 sollte ich diese Range sowie Sawtooth Peak dann von der anderen Seite sehen. Nach Little Five Lake Richtung Black Rock Pass ändert sich alles wieder und die Vulkane Vergangenheit wird sichtbar. Das Tal hinter Black Rock ist dann wieder trocken und erst auf dem Anstieg zum Timber Gap wird alles wieder grüner und nach dem Übergang steigt man wieder in das sattgrüne Hochtal Mineral King ab. Diese Tour bietet so viel und wenn man glaubt alles gesehen zu haben wird man eines besseren belehrt.  

 

Dieses ganze Gebiet, Mineral King und die Little Five Lakes Runde, sind ein echtes Juwel und man findet hier vieles was dieser riesengroße National Park zu bieten hat. Sogar gigantische Mammutbäume findet man hier, und mit den besten Pie. 


Rae Lakes Loop - 4 Tage

Blick auf Rae Lakes auf dem Weg zum Sixty Lake Basin
Blick auf Rae Lakes auf dem Weg zum Sixty Lake Basin

Diese Tour zählt zu den Top 10 Backpacking Touren in den USA. Ein Permit am Wochenende zu bekommen ist nicht einfach und viele wandern via andern Zugstiegen zu den Seen. Auch der JMT und der PCT gehen an den Rae Lakes vorbei und so kann es ganz schön voll werden.

Wir waren von dieser Umgebung so fasziniert das wir diesen Loop zwei Mal gewandert sind und mit den JMT Touren war ich bisher vier Mal an den Rae Lakes. Genug habe ich aber noch lange nicht. 

Wir übernachteten vor beiden Touren in einer Lodge in Cedar Grove und machten uns noch vor Sonnenaufgang auf den Weg. So schafften wir es beide Male am ersten Tag bis Woods Creek Campground hinter der Suspension Bridge. Auf diese Weise waren wir am Ende einen Tag vor den Massen an den Rae Lakes. Tag eins war so ein echter Hammer Tag mit mehr als 23 km Aufstieg, und das mit vollem Gepäck. Da Tag zwei dann relativ kurz ist hatten wir genug Zeit um nach dem Zeltaufbau ins Sixty Lake Basin zu wandern. 

  1. Rae Lakes Loop Trail Head Cedar Grove bis Woods Creek Campground
  2. Woods Creek Campground bis Rae Lakes
  3. Rae Lakes via Glen Pass bis ins Lower Bubbs Creek Valley kurz vor Charlotte Creek
  4. Charlotte Creek Campsite bis Cedar Grove 

Die Rae Lakes sind sicherlich der Höhepunkt aber schon der Zustieg via Paradise Valley und später von Woods Creek kommend ist phänomenal, das Sixty Lake Bassin sollte man unbedingt machen, der Glen Pass Auf- und Abstieg sowie die Blicke auf Charlotte Lake und später Richtung Forrester Pass suchen seines gleichen. Man sollte sich genug Zeit nehmen und am besten wäre es zwei Nächte an den Rae Lakes zu bleiben. So kann man in Ruhe ins Sixty Lake Basin wandern und hat immer noch Zeit genug den See zu geniessen. 

Das erste Mal kamen wir kurz vor einem heftigen Monsun Gewitter an den Rae Lakes an, kaum war das Zelt aufgebaut ging es schon los. Es hagelte bis alles weiß war und die Temperatur sank an den Gefrierpunkt. Nach dem Gewitter war die Stimmung aber genial. Zum Glück sind wir trocken und somit warm geblieben. 

Beim zweiten Mal hatten wir mehr Glück mit dem Wetter aber es war ein schneereicher Winter gewesen und so mußten wir gut 1/3 des Passes im Schnee Auf- und Absteigen. Das war ein hartes Stück Arbeit. Im letzten Camp verbrachten wir dann die Nacht gemeinsam mit einer Bärenmutter und ihrem Jungen. Wir wußten das im Vidette Meadow ein halberwachsener Bär für Ärger sorgte und sind, um ihm aus dem Weg zu gehen, weiter abgestiegen, mit einer Bärenfamilie hatten wir nicht gerechnet. Jedoch war eines klar, das war ihr Revier und der halbstarke Bär würde nicht in ihre, und somit unsere, Nähe kommen. Und so war es dann auch. Die Bären blieb in sicherer Distanz und wir konnten am Ende gut schlafen. Von den Backpackern die weiter oben geschlafen hatten hörten wir dann allerhand wilde Bärengeschichten die uns zum Glück erspart geblieben waren. 

 

Die Rae Lakes Runde ist ein absolutes Highlight an der gesamte Westküste der USA und jeden Anstrengung wert. Es werden für uns sicherlich noch weitere Besuche in dieses Gebiet hinzukommen. Zwei meiner Kinder waren noch nicht da, Ansporn genug um wiederzukommen. 


Trekking in den USA; Wildnis erleben

Am Waterwheel Falls
Am Waterwheel Falls

Meine ersten Backpacking Touren habe ich während meines Praktikums in Seattle unternommen und von da an konnte ich es nicht mehr bleiben lassen. Man muß oft nicht weit fahren um mitten in einer Wildnis zu wandern. Egal ob es von Seattle in die Berge war oder später von Carlsbad in die National Parks. Es ist aber Wildnis und es gibt so einige wilde Tiere. Bei all den Touren die wir gemacht haben kamen wir nie in eine kritische Situation. Für uns war schon immer klar das wir nur Gäste sind und nichts als Erinnerungen mitnehmen und maximal Fußspuren hinterlassen. Ob Bären, Berglöwen, Klapperschlagen, Bergziegen, Elk, Bison, Moose, sie sind hier zu Hause. 

Aufstieg zum Franklin Pass
Aufstieg zum Franklin Pass

Wir haben nicht oft Bären beim Backpacking getroffen. Wirklich gesehen haben wir Bären nur auf 3 Touren. Wann immer es Bear Boxen gab haben wir diese benutzt und wenn nicht, dann haben wir alles sicher verstaut wie das Bild oben zeigt. Wir haben alles in allem mehr als 100 Nächte im Backcountry in den USA verbracht aber nicht einmal hat sich ein Bär für unser gut gesichertes Hab und Gut interessiert. Es gibt einfache Regeln und wenn man sich an diese hält dann sollte man ruhig schlafen können. 

Es war unsere Routine am Abend davor anzureisen und die Nacht in einer Lodge oder einem Motel zu verbringen. So konnten wir Tag eins sehr früh loswanden und Konnten weit ins Backcountry wandern. Das war vor allem an Wochenenden von Vorteil denn so waren wir immer vor den Massen unterwegs. Das Bild oben links zeigt die Backpacker Cabin im Silver City Resort in Mineral King. Das Bild in der Mitte zeigt unsere Zeltcamp im Vogelsang High Sierra Camp welche oft von Mule Treks (bild rechts) versorgt werden. Wir waren aber immer zu Fuß unterwegs und trugen unser Gepäck auch selbst.  

Hermit Creek Campground im Grand Canyon
Hermit Creek Campground im Grand Canyon

Luxus ist für uns eine Toilette im Backcountry zu finden, wie diese oben Links im Crabtree Meadow (heute gibt es einen Sichtschutz, das war wie man sieht nicht immer so).

Entspannen pur ist es sich nach einem harten Tag einfach nur auszuruhen und der Natur zuzuhören. Nach einem Bad im See die warme Sonne zu genießen.

Kein Luxushotel kann mit so einem Zeltplatz, wie hier an Rae Lakes, mithalten. Der frühe Wanderer bekommt die besten Plätze. 

Ja, auch der MSR Shelter im Bild links ist Luxus denn gleich dahinter waren die Hermit Rapids Stromschnellen und der Sonnenuntergang im Grand Canyon war atemberaubend. Die tosenden Stromschnellen und Vibrationen die man am ganzen Körper spürte mit dem Wissen man ist mitten drin im Grand Canyon waren das beste Schlafmittel. 

Und einfach nur dazusitzen um in die Ferne zu blicken (wie unten beim Aufstieg auf Glen Pass) ist besser als jeder Film. 

Meinen Kindern zuzusehen wie sie sich über eine Packung m&m's mitten auf dem JMT nach Tagen ohne Süßigkeiten gefreut haben und jede einzeln genoßen haben ist Belohnung genug.

Ich kann nur für uns sprechen aber das ist für uns Zeit um wieder auf den Boden zu  kommen und das zu schätzen was eigentlich immer um uns herum verfügbar ist.

Aufstieg auf den Glen Pass von Rae Lakes kommend, Kings Canyon National Park
Aufstieg auf den Glen Pass von Rae Lakes kommend, Kings Canyon National Park

Lage der 8 Backpacking Touren