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Hüttenurlaub mit Kinder am Prebersee

Der Lignitzsee am Ende des Lignitztals war noch komplett zugefroren
Der Lignitzsee am Ende des Lignitztals war noch komplett zugefroren

Eigentlich wollten wir auf eine Hütte in den Hohen Tauern genau gesagt hoch über Neukirchen am Großvenediger. Wir waren dort schon 2012 und begeistert denn sie liegt auf knapp 2.000 Meter Seehöhe und bietet draußen viel Platz für die Kinder. Lieder ist die Hütte immer früh und schnell ausgebucht und nachdem 2020 ausfallen musste sollte es erst 2021 endlich wieder klappen, wäre nicht der viele Schnee gewesen. Kurz vor der Anreise war die Hütte noch tief eingeschneit und so wichen wir in den Lungau aus, genau gesagt auf die Micheinhütte in der Nähe des Prebersees. 

Die Hütte liegt abgelegen im Wald und bietet alles was das Herz begehrt. Wir waren zwar nicht in den Hohen Tauern aber von der Terrasse aus konnten wir diese sehen, was für ein super Ausblick (Bild unten). 

Von der Micheinhütte aus (unten auf der Karte mit A markiert) kann man zu Fuß zum Prebersee wandern und mit einer kurzen Autofahrt ins Lessachtal, Göriachtal, Lignitztal und Weißpirachtal zum Wandern fahren. In den Tälern gibt es unzählige Wanderungen in allen Schwierigkeitsgraden. Fährt man Richtung Osten kommt man ins steirische mit weiteren attraktiven Wandertouren. Auch vom Prebersee aus kann man großartige Wanderung machen (dann empfiehlt es sich aber mit dem Auto zum Wanderparkplatz vorm See zu fahren). 

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Einfach nur genießen

Nach einem Jahr Pause ging es endlich wieder auf eine Hütte denn 2020 musste unser Hüttenurlaub ausfallen und umso größer war die Freude als es 2021 dann wieder geklappt hat. Schon seitdem wir im Ende 2010 aus Kalifornien nach Deutschland gezogen waren ging es jährlich zu Pfingsten auf eine Hütte. Seit 2011 gehört der Hüttenurlaub zu unserer Tradition wie das Zelten im August im Yosemite die Jahre davor (von 2003 bis 2010 zelteten wir jeden August für eine Woche in Tuolumne Meadows im Yosemite National Park).

 

Eine Mischung aus Wandern, Abenteuer, Spielen, und Ausruhen sorgt dafür das alle auf Ihre Rechnung kommen. Zwischen Wandertagen gibt es immer Ruhetage oder Tage mit Ausflügen in die Umgebung. So freuen sich alle jedes Jahr aufs Neue auf den Hüttenurlaub.

 

Dieses Jahr nutzen wir die abgelegen Lage der Hütte, um einfach unter uns zu bleiben. Auch beim Wandern waren wir meistens allein unterwegs. Mit dem Wetter hatten wir die meisten Tage Glück. Viel Sonnenschein, aber es war noch relativ kühl und noch lange bevor man die 2.000 Meter Marke erreichte, war die Schneedecke geschlossen. Somit wanderten wir eher in den tieferen Lagen. Es war eine Woche zum Genießen, Ausruhen und Abschalten. 

Tour 1: Von der Micheinhütte zum Prebersee

Perfekt zum Einlaufen war die Tour von der Hütte zum Prebersee und zurück. Ausgeschlafen und nach einem ausgiebigen Frühstück ging es am späten Vormittag los.

Knapp 9 Kilometer und nur weniger Höhenmeter waren vor allem für die Kleinen perfekt, um sich wieder ans Wandern zu gewöhnen. Über Forstwege ging es lange Zeit durch den tiefen Wald, bis man endlich den See und dann auch den Preber sowie umliegende Gipfel sehen konnte. Nach einem steilen Abstieg ging es an den See, wo wir Mittag gegessen haben. Der Spielplatz war der Höhepunkt für die Kleinen und vom See aus hat man einen großartigen Blick auf den Preber. 

Gestärkt entschieden wir uns denselben Weg zurückzugehen (denn so konnten wir den See komplett umrunden). Der Weg um den See ist perfekt für Kinder denn es gibt viel zu entdecken. Die Sonne lachte und alle waren gut gelaunt als wir wieder an der Hütte ankamen. 

Tour 2: Vom Hüttendorf Göriach Richtung Landawirseehütte

Bisher haben wir es einmal bis zur Landawirseehütte und den beiden Seen geschafft, schon zwei Mal mussten wir wegen Schnee umkehren und auch dieses Mal sah es nicht gut aus. Vom Parkplatz vor dem Hüttendorf ging es los. Wir hatten super Wetter, es war zwar frisch aber die Sonne lachte und alle waren guter Laune. 

Vom Hüttendorf geht es dann hoch vorbei an einem Wasserfall auf die vordere Zugriegelalm. Dort machten wir eine lange Pause, bevor wir unser Glück versuchten. Schon bald war klar das meine Frau mit den Kleinen umkehren musste und ich mit den beiden Großen es über die Schneefelder weiter versuchten. Etwas weiter als zur hinteren Zugriegelalm ging es gut, der Schnee war nicht zu weich und gab gut halt. Wir hätten sicherlich noch weiter gehen können wollten aber den Rest der Gruppe nicht zu lange warten lassen. So entschlossen wir umzudrehen. Es war dennoch ein super Ausflug und Spielen im Schnee an und den Bächen hat allen Kindern viel Spaß gemacht. Mal sehen, wie weit wir bei unserer nächsten Wanderung kommen. 

Tour 3: Durch das Lignitztal zum Lignitzsee

Wann immer wir auf einer Hütte im Lungau sind, wandern wir durch das Lignitztal zum Lignitzsee.

Die Sonne lachte und wir waren fest entschlossen es bis zum See zu schaffen. Zuerst wandert man lange einem Forstweg folgend ins Tal hinein vorbei an der Kocherhütte, auf der wir schon zwei Mal Urlaub gemacht haben. Am Tal Ende geht es dann rechts einem Steig folgend hoch ins Hochtal, dem man dann bis zum See folgt.

Kaum an der Baumgrenze angekommen war der Weg schon unterm Schnee. Da es Schneefelder waren und wir hier schon oft unterwegs waren konnten wir den Weg gut finden. Bis kurz vor dem See konnten die ganze Familie gemeinsam wandern. Der letzte Aufstieg im weichen und tiefen Schnee wäre zu anstrengend für die Kleinen gewesen und so blieb meine Frau mit ihnen zurück. Mit den Großen ging es dann weiter durch den Schnee zum See hinauf. 

Der See war noch komplett zugefroren und mit Schnee bedeckt. Wir hatten strahlend blauen Himmel und waren ganz allein hier oben. Einfach genial. Nach einer ausgiebigen Pause ging es durch den Schnee zurück zum Rest der Familie und von da weiter hinunter zurück ins Tal. Auf dem Weg hinunter legten wir eine Schneepause ein und alle Kinder rutschten und tollten im Schnee herum. 

Es war so warm, dass wir uns eine schöne Stelle am Bach suchten um dort lange zu Spielen und uns einfach ausruhten. Und so wurde, wie schon so oft, die Tour zum Lignitzsee zum Highlight der ganzen Woche. 

Tour 4: Zum Unteren Landschtizsee

Es gibt eine Reihe an wunderbaren Wanderwegen im Lessachtal und einer davon ist die Tour zu den drei Landschitzseen. Uns war klar, dass der Schnee wieder zum Problem werden würde, aber trotzdem brachen wir bei tollem Wetter auf mit dem Ziel mindesten zum unteren Landschitzsee zu kommen. 

Zuerst ging es einen Forstweg entlang, bis wir rechts über den Bach querend abzweigten. Gleich ging es steil über viele Steine und Wurzeln den Berg hoch bis zur oberen Bacheralm. Ab da wurde der Weg leichter zu wandern. Nach einem weiteren Anstieg kamen wir am unteren See an und sogleich wurde klar, dass wir nicht zum nächsten See kommen würden. Der Schnee bedeckte fast den gesamten weiteren Weg. Somit blieben wir am unteren See und genossen eine lange Pause bei strahlendem Sonnenschein. 

Auf dem Weg zurück stoppten wir an der Raststelle unterm Wasserfall und genossen die Holzliegen in Blickrichtung Wasserfall. Es war eine tolle Tour und auch bei unserem zweiten Versuch schafften wir es nur bis zum unteren See. Es sieht so aus, als ob wir einmal im Sommer in den Lungau kommen müssen, um alle Touren auch bis zu Ende gehen zu können. 

Die Hütte

Blick von der Hütte bei Sonnenuntergang
Blick von der Hütte bei Sonnenuntergang

Es war eine erholsame und entspannende Woche. Wir hatten Glück, das unsere Hütten Agentur so kurzfristig eine Hütte für uns finden konnte. Noch dazu eine so tolle Hütte in einem Gebiet das wir nicht nur kennen, sondern auch lieben. Der Lungau ist ein großartiges Wander- und Urlaubsgebiet und wird gerne übersehen. Gerade deswegen ist es nicht so überlaufen. Tamsweg hat alles was man braucht und ist durch die zentrale Lage immer gut zu erreichen. Oft kann man auf dem Heimweg von einer Tour seine Einkäufe erledigen. Neu für uns war die Lage am Prebersee, bisher waren wir immer in einem der Wälder aber auch diese Richtung hat viel zu bieten. Vom Prebersee aus und weiter östlich eröffnet sich ein schier undenkliches Wandergebiet mit beindruckenden Tälern, Seen und Gipfeln.

Im kommenden Sommer geht es nach Osttirol zum zweiten Mal ins Kristeinertal aber auf eine neue Hütte. In diesem Tal waren wir bereits 2015 und es hat uns sehr gut gefallen.