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Karwendel, Zillertaler Alpen und Achensee

Unterwegs im Karwendel Gebirge
Unterwegs im Karwendel Gebirge

Auf der Berliner Hütte war ich als Kind schon viele Male und vor ein paar Jahren brachte ich meine zwei großen Kinder in diese wunderbare Ecke der Zillertaler Alpen. Nun ware es an der Zeit die ganze Familie dem Zemmbach folgend einen der schönsten Flecken der Alpen zu zeigen. 

Fast hätten wir es diesen Sommer kein einziges Mal an einen See zum Baden geschafft. Das Wetter war gut und trotz der 16°C Wassertemperatur konnte uns nichts vom Baden im Achensee abhalten. Das kalte Wasser sorgte dafür das wenig los war und so konnten wir den Badetag in vollen Zügen genießen.

Vom Garten meiner Tante im Absam kann man die Bettelwurfhütte hoch oben unter den imposanten Gipfeln des Karwendels sehen. Seit Jahren steht sie auf der Liste meines Sohnes und nun war es soweit. Der direkte Zustieg hat es in sich aber das konnte uns nicht abhalten. 

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Die Berliner Hütte und der Ursprung des Zemmbachs

Früh morgens ging es vom Parkplatz des Alpengasthaus Breitlahner los in Richtung Berliner Hütte. Die ersten Kilometer geht es einen Fahrweg, zeitweise steil nach oben, entlang. Kurz nach dem ersten Anstieg kommt man an der Klausenalm vorbei wo es jede Menge Tiere gibt, eine willkommene Abwechslung. Für Kinder ist der Teil bis zur Grawandhütte (4 km, etwa die halbe Strecke zur Berliner Hütte) eher etwas langweilig und wir behelfen uns dann immer mit Wortspielen. 

Nach der Grawandhütte wird es interessanter vor allem wenn es durch die Schlucht geht. Hat man die Alpenrosehütte erreicht dann ist es nicht mehr weit. Ab da geht es auch endlich auf einen richtigen Wanderweg. Bald schon sieht man die Berliner Hütte, nach etwas mehr als 8 km ist man am Ziel, wenn man nur bis zur Hütte geht. Unser Tagesziel lag aber hinter der Hütte dem Zemmbach einen weiteren Kilometer folgend im Hochtal am Fuße des Schwarzstein mit Blick auf den Schwarzsteinkees und der Schwarzsteinscharte. Dahinter liegt bereits Italien. Für knapp zwei Stunden blieben wir an diesem wunderbaren Fleck den die meisten Wanderer nur aus der Ferne auf Ihrem Weg von oder zum Schwarzsee sehen.

Auf dem Rückweg sind wir an der Alpenrosehütte eingekehrt, auf der Berliner Hütte war uns zu viel los. Der Gastgarten ist riesig und es hatte ausreichend Platz. Das Essen ist auf der Alpenrosehütte auch um einiges besser als auf der Berliner Hütte und der Kaiserschmarren ist eine Wucht. 

 

Es war ein langer Tag, vor allem für die Kinder. Total waren es knapp 20 Kilometer und 900 Höhenmeter Auf- und Abstieg die wir an diesem Tag zurückgelegt haben. Sogar unser Kleinster hat es geschafft und die Klausenalm war am Abstieg die Rettung denn als wir vorbeikamen wurden die Kühe gerade in den Stall getrieben. 

Es ist ein langer Weg bis zur Berliner Hütte
Es ist ein langer Weg bis zur Berliner Hütte
An der Berliner Hütte vorbei dem Zemmbach folgend
An der Berliner Hütte vorbei dem Zemmbach folgend


Baden im Achensee

Blick auf den Achensee von Maurach aus
Blick auf den Achensee von Maurach aus

Das Strandbad in Pertisau hat viel zu bieten. Es gibt einen tollen Kinderspielplatz, eine Wasserrutsche mit beheiztem Wasser, eine tolle Liegewiese mit Liegestühlen und Schirmen, verschiedenen Wasserspielzeuge und einen unglaublich tollen Blick auf den Achensee sowie das umliegende Karwendel Gebirge. Das alles kostet keinen Eintritt, im kleinen Strandrestaurant bekommt man alles was man braucht um einen tollen Badetag am Achensee zu verbringen.

Es war ein warmer Tag mit etwa 20°C Lufttemperatur, der See hatte aber nur noch 16°C und so war es kein Wunder das wir fast alleine im Strandbad aber vor allem im Wasser waren. Wir hatten einen tollen Tag und genoßen jede Runde im See solange wir unsere Zehenspitzen noch spüren konnten. Wir waren  uns alle einig das diese zwar unser erster aber sicherlich nicht unser letzter Besuch am Achensee war. Neben Baden kann man mit dem Schiff eine Rundfahrt machen, um den See wandern oder mit dem Rad fahren. In den umliegenden Bergen wandern gehen und vieles mehr. Am Abend bei Wind tauchen dann Kitesurfer auf und flitzen bei Sonnenuntergang über den See. 


Die Bettelwurfhütte von Absam aus

Das Karwendel - unendliche Weiten.
Das Karwendel - unendliche Weiten.

Jedes Mal wenn wir bei meiner Tante in Absam bei Hall in Tirol zu Besuch sind dann blicken wir vom Garten aus auf den Bettelwurf sowie die unterm Gipfel liegende Bettelwurfhütte. Es wird einem sofort klar das es kein einfacher Aufstieg zur Hütte ist und der direkte Weg ist auch schwarz markiert. Das Halltal, Teil des Naturpark Karwendel, ist für den Autoverkehr gesperrt. Es gibt eine Reihe an Wanderungen die vom Parkplatz zu Beginn des Tals beginnen. Man kann auch via dem Wandertaxi ins Tal fahren. 

Dieses Mal war es klar, mein Sohn und ich wollten nach all den Jahren sehnsüchtigen Blicken hinauf zur Hütte. Mein Sohn fühlte sich bereit für die Herausforderung. Der Rest der Familie ging nach Hall um die Stadt zu besichtigen und Eis zu essen.  


Unser Plan war früh morgens mit dem Taxi ins Halltal zum Ausgangspunkt des direkten Weges zu fahren. Vor dort dann den direkten Weg zur Bettelwurfhütte und nach einer Pause auf der Hütte weiter Richtung Lafatscherjoch. Vom Joch steil bergab via Issanger und Sankt Magdalena dem Halltal folgend bis nach Absam zurück zum Haus meiner Tante. Knapp 17 Kilometer mit 1.200 Höhenmeter Aufstieg und über 1.500 Höhenmeter Abstieg. Der Aufstieg bis zur Bettelwurfhütte ist schwarz markiert, der Rest der Runde rot. Viele ausgesetzte Stellen, Stahlseile und Eisenstufen machen diesen Aufstieg zum Abenteuer. Auch die Traverse nach der Hütte zum Lafatscherjoch hat es in sich. Eben typisch Karwendel. 

Der erste Teil des Anstiegs geht steil nach oben auf steinigem Untergrund. Dieser Teil kostet viel Kraft und nach der Traverse geht es in die ersten Kletterpassagen.
Der erste Teil des Anstiegs geht steil nach oben auf steinigem Untergrund. Dieser Teil kostet viel Kraft und nach der Traverse geht es in die ersten Kletterpassagen.

Das Taxi kam pünktlich und mit dem ersten Licht ging es bereits Richtung der Bettelwurfhütte. Der Weg geht gleich steil nach oben, anfangs mit kurzen Serpentinen aber diese wurden immer kleiner bis es fast gerade nach oben geht. Der Boden ist steinig und sehr rutschig. Wir hatten uns aufgrund der Kletterei gegen Trekkingstöcke entschieden aber für diesen Teil (und später für den Abstieg) wären diese doch sehr hilfreich gewesen. Nach der Traverse Richtung Fels kommen auch schon die erste ausgesetzten Stellen die zum Teil mit Stahlseilen gesichert sind, man über Eisentreppen im Felsen steigt und sogar über schmale Brücken geht. Jedoch war uns dieser Teil um vieles sympathischer als der steile Anstieg durch das lose Geröll. Endlich festen Boden unter den Füßen auch wenn dieser Weg sehr schmal und ausgesetzt war. Bis nach der ersten Klettereinheit und den Beginn der Latschen haben wir kaum Bilder gemacht, wir hatten anderes zu tun. 

Nach dem Geröllfeld und den ersten Kletteinlagen steigt man einen steilen Hang weiter auf. Latschen säumen den Weg und deren Wurzeln machen den Weg nicht einfach zu begehen. Dieser Teil zieht sich lange und auch ohne Sonne wird einem warm. Hier gibt es keinen Schutz vor der prallen Sonne und somit sollte man diesen Weg am besten früh Morgens gehen. Bald kam dann die Hütte in Sichtweite und kurz vor der Hütte muß man noch einmal etwas klettern. 

Wir waren die einzigen Gäste auf der Hütte. Die Übernachtungsgäste waren bereits unterwegs und wir waren die ersten diesen Morgen. Kuchen und Saft zur Stärkung und schon ging es weiter Richtung Lafatscherjoch.

Der Weg von der Bettelwurfhütte zum Lafatscherjoch ist eine lange Traverse die zum Teil über Geröllfelder führt. Kurz nach der Hütte trafen wir auf mehrer Gämse. Den ganzen Weg hat man unglaublich Blicke in alle Richtungen. Mittagspause machten wir kurz vor dem Joch, ein toller Platz von wo man aus in beide Richtungen Blicken kann. Gestärkt ging es via dem Joch zurück ins Halltal und den ganzen weiten Weg zurück zum Haus meiner Tante. 

Der Abstieg vom Lafatscherjoch ist wieder in der vollen Sonne und auf losem Geröll. Das Bild zeigt den Blick zurück auf das Joch kurz nachdem man das Geröll hinter sich und einen Waldweg vor sich hat. 

Der Weg zurück durch das Halltal zieht sich. Wir kamen gegen 15:00 Uhr am Haus meiner Tante an und blickten zurück auf die Hütte, dieses Mal voller Stolz anstelle mit Sehnsucht. 

Das wir so lange gewartet haben war die richtige Entscheidung denn es ist kein leichter Weg. Der direkte Anstieg ist zu recht als schwarze Tour gekennzeichnet. Die große Runde zu gehen braucht Ausdauer und vor allem sollte man genug Wasser mit sich tragen. Es wird heiß und es ist trocken. Auf Wasser trifft man nur auf der Hütte und im Halltal selbst. 

Nach einer Pause und einer Stärkung ging es zurück zum Parkplatz am Eingang des Halltals denn dort hat es einen tollen Kinderspielplatz.