Top Wandertouren in den Nationalparks des Westens der USA

Wasco Lake, Hoover Wilderness (in der Nähe von Tioga Pass)
Wasco Lake, Hoover Wilderness (in der Nähe von Tioga Pass)

Die schwierigste Aufgabe war es die Liste unserer Lieblingstouren (Tageswanderungen) kurz zu halten. Dieser Beitrag listet unsere liebsten Wanderungen im Westen der USA auf. Die meisten dieser Touren sind nicht entlang der bekannten und viel begangen Routen und somit weniger frequentiert. Oft sind diese Touren aber auch einfach zu lange oder zu anstrengend, um sie schnell einzuschieben. Wenn man diese National Parks sehen will muss man oft etwas weiter gehen denn wer sich die Karten genau ansieht merkt schnell das man entlang den Straßen nur einen kleinen Bruchteil erkunden kann. 

Einige dieser Touren sind wir mit unseren Kindern gewandert, andere aber ohne.

Das Hintergrundbild zeigt die Teton Range des Grand Teton National Parks. Das Bild links zeigt einen der vielen Seen entlang des Lakes Basin Rundwegs hinter Saddlebag Lake in der Hoover Wilderness kurz vor dem East Entrance (Tioga Pass) des Yosemite National Parks. Ein Gebiet, das aufgrund der Nähe zum Yosemite National Parks gerne übersehen wird, aber keineswegs weniger spektakulär ist.

Hinweis auf Werbung: In meinen Berichten finden sich Marken bzw. deren Produkte sowie Links unter anderem zu Marken und Anbietern die ich auf meinen Reisen und/oder für meine Bewertungen genutzt habe. Diese Produkte habe ich alle selbst gekauft. Dabei handelt es sich um eine freiwillig Marken-Verlinkung. 


Fairyland Loop Trail, Bryce Canyon National Park

Der Blick von oben ist spektakulär, der Blick aus dem Canyon unglaublich.
Der Blick von oben ist spektakulär, der Blick aus dem Canyon unglaublich.

Anders als der Navajo Loop Trail, ist der Fairyland Loop nicht so bekannt und durch seine Länge weit weniger frequentiert. Für Tagestouristen ist er einfach zu lange. Vom North Campground aus ist er zu Fuß zu erreichen. Mit 12 Kilometern und etwas mehr als 400 Höhenmeter ist es eine angenehme Runde. 

Wir haben mehrere Tage im North Campground gezeltet und neben dem Navajo Loop und einen Teil des Peakaboo Trails auch den Fairyland Loop Trail gemacht. Dieser hat uns sehr gut gefallen. Man wandert tief in den Canyon und bekommt so einen unglaublichen Blick nach dem anderen zurück auf den Canyonrand. Es gibt aber relativ wenig Schatten und so empfiehlt es sich die Runde früh morgens zu gehen. Genügend Wasser sollte man mitbringen den der Rundweg ist trocken. Da es im Bryce Canyon Berglöwen gibt sollte man von Touren in der Dämmerung absehen, vor allem wenn man mit kleinen Kindern oder alleine unterwegs ist. Der Name ist aber Konzept den diese Runde ist einfach märchenhaft. 


Paintbrush Divide Loop, Grand Teton National Park

Blick auf den Lake Solitude Trail und Cascade Canyon
Blick auf den Lake Solitude Trail und Cascade Canyon

Die Grend Teton, Yellowstone und Glacier National Parks bieten unendlich viele Wandermöglichkeiten. Wir haben in allen drei Parks Tagestouren unternommen aber der Paintbrush Divide Loop war eine echte Herausforderung. Es war schon September und der erste Schnee lag regelrecht in der Luft, die Temperaturen sanken schnell und oft unter den Gefrierpunkt und der Wind tat seinen Rest. Ist man nicht erfahren sollte man die Monate Juli und August für Wanderungen in diesen Parks wählen, weniger los ist aber im September und die Farben des Herbstes sind die Strapazen wert. 

Bis heute gehört diese Tour mit 32 Kilometern zu unseren Längsten, dazu mehr als 1.200 Höhenmeter und die Tatsache das man bereits auf einer Höhe von 2.100 Metern beginnt. Der Übergang liegt auf 3.260 Meter und man begibt sich tief ins Grizzly Gebiet.

Wir hatten Regen, Schnee, eiskalten starken Wind und hin und wieder Sonnenschein aber unserer Stimmung konnte das Wetter nichts anhaben. Eine harte, aber geniale Tour. 


Lost Palm Oasis, Joshua Tree National Park

Lost Palm Oasis
Lost Palm Oasis

Im Winter zog es uns immer in die Wüste und neben Anza Borrego Dessert State Park (genial und ein echter Geheimtipp) vor allem in den Joshua Tree National Park. Die meiste Zeit waren wir im Westen des Park unterwegs und zelteten entweder bei White-Tank oder Black Rock Canyon Campground. White-Tank hat kein Wasser und man kann nicht reservieren, Black Rock Canyon hat Wasser und man kann reservieren. White-Tank war unser Favorit da man direkt hinter dem Zeltplatz super Bouldern und einfach nur auf den Felsen klettern konnte. Für die Kinder eine wahres Paradis. White-Tank liegt auch zentraler. Neben vielen kurzen Touren haben wir die Wanderung zur Lost Palm Oasis inklusive Mastodon Peak gemacht. Im Winter nach der Regenzeit eine unglaublich schöne Tour. Mit fast 15 Kilometer und 400 Höhenmetern eine klasse Wüstenwanderung. 

Wir waren auch oft nachts bei Vollmond unterwegs, denn da wacht die Wüste erst auf. Wer nicht nachts in der Wüste war hat die Wüsten nie erlebt. Gerade in Joshua Tree, wo es kaum Störlicht gibt, ist der Sternenhimmel einmalig. 


Flattop Mountain + Hallett Peak, Rocky Mountain National Park

Hallett Peak 3.840 Meter
Hallett Peak 3.840 Meter

Von Estes Park fährt man in das Bear Lake Gebiet welches ab von der Hauptroute in den National Park liegt. Somit ist es weniger besucht bietet aber unendlich viele Wandertouren und ist auch Ausgangspunkt ins Backcountry. Hier erreicht man schnell große Höhen. Hallett Peak ist technisch leicht zu besteigen.

Von Bear Lake aus wandert man auf dem Weg zum Gipfel über den Flattop Mountain. Ein tolles Hochplateau das im Herbst in allen Farben leuchtet.  Mit 16 Kilometer und etwa 1.000 Höhenmeter ist es keine schwere Tour wäre da nicht die Höhe. Diese sollte man im Rocky Mountain National Park nicht unterschätzen.

Eigentlich wollten wir den 3.436 Meter hohen Longs Peak besteigen aber ein Wintereinbruch machte uns einen Strich durch die Rechnung, so ging es zum zweiten Mal auf den Hallett Peak. Somit haben wir diese Tour zwei Mal gemacht und beide Male waren wir begeistert. Vom Gipfel aus kann man bei guter Sicht weit sehen und so sahen wir Longs Peak von hier aus.

Das Wetter kann jederzeit umschlagen und schwere Gewitter sind im Sommer keine Seltenheit. Wir haben im Rocky Mountain National Park ein paar Wandertouren unternommen, aber diese zählte zu unseren Lieblingstouren. 


Sawtooth Pass, Mineral King, Sequoia National Park

Sawtooth Peak mit Columbine Lake von Black Rock Pass aus gesehen
Sawtooth Peak mit Columbine Lake von Black Rock Pass aus gesehen

Weit abgelegen von den Haupt Touristenrouten durch Sequoia National Park liegt das Mineral King Gebiet. Es ist eine lange kurvenreiche Anfahrt, die für alle größeren Fahrzeuge gesperrt ist und auch Tagestouristen fahren kaum in dieses Gebiet. Es wird Little Switzerland genannt und hat eine unglaubliche Geschichte denn Walt Disney, dem das Gebiet vor langer Zeit gehörte, wollte daraus ein Skigebiet machen. Dazu kam es zum Glück nie und heute gehört es zum National Park. 

Man kann in diesem Hochtal zelten oder im Silver City Resort übernachten. Dort gibt es urige, aber auch luxuriösere Hütten und den besten Pie weit und breit. Wir waren oft in diesem Gebiet und neben Touren ins Backcountry haben wir viele Tagestouren unternommen. Wir waren bei Crystal Lake, Eagle Lake, bei der White Chief Mine, und bei den Mammutbäumen. Eine der genialsten Touren war der Aufstieg zu Sawtooth Pass. 

Mit über 17 Kilometern und knapp 1.400 Höhenmetern ist es eine harte Tour, die sich aber so etwas von lohnt. Der Hinweg ging via Monarch Lake, kurz hinter dem Pass liegt Columbine Lake und auf dem Rückweg wanderten wir den direkteren Weg zurück. Mit 3.556 Metern ist es ein gewaltiger Pass und der letzte Teil ist sehr sandig. Man kann diese Tour auch abkürzen, indem man beides Mal den direkteren Weg geht und nicht zu Columbine Lake absteigt, aber wenn man erst in diesem Gebiet unterwegs ist will man das der Tag nicht zu Ende geht. 


Yosemite National Park

In keinem National Park haben wir mehr Zeit verbracht als im Yosemite National Park. Im Sommer war unser Basecamp immer im Tuolumne Meadows Campground (Bild oben) und im Winter meistens im Camp Curry im Yosemite Valley. Vom Basecamp aus ging es in alle Ecken des Parks. Es gibt nicht viele Ecken, in denen wir nicht waren. Neben den vielen Backcountry Touren haben wir unzählige Tageswanderungen unternommen. Es war schwer sich auf wenige zu konzentrieren. Zu weiteren Touren rund um Tuolumne Meadows, die wir mit Kindern gegangen sind, gehören Spillway Lake, Upper Gaylor Lake (von Tioga Pass aus), Lower Gaylor Lake, Lembert Dom und Dog Lake, Elizabeth Lake, Glen Aulin, Mount Hoffmann und May Lake, North Dome und viele mehr. 

Vom Yosemite Valley aus muss man meistens steil bergauf wandern, aber es lohnt sich. Zu Touren, die wir vom Valley aus gemacht haben, zählen Upper Yosemite Falls, Yosemite Point, Mist Trial, Little Yosemite Valley und Nevada Falls, Dewey Point (von der Glacier Point Road aus) und viele mehr. 

Lakes Basin Loop, Hoover Wilderness

Entlang des Lake Basin Loop Trails
Entlang des Lake Basin Loop Trails

Eigentlich liegt das Gebiet nicht mehr im Yosemite National Park, sondern grenzt direkt östlich an. Man erreicht es, indem man den Park via dem East Entrance und dem Tioga Pass Richtung Lee Vining verlässt und kurz nach Tioga Lake Richtung Saddlebag Lake abbiegt. Dort angekommen nimmt man das Wassertaxi auf die andere Seite des Sees. 

Dieser kleine Loop führt auf 9 Kilometern und weniger als 200 Höhenmeter an mehreren hochalpinen Seen vorbei und man glaubt es kaum jedoch ist man die ganze Zeit auf mindestens 3.000 Metern unterwegs. Hier kommt man relativ leicht in luftige Höhen und diese Tour ist für Kinder eine Wucht. Nicht nur wegen der Bootsfahrt, sondern wegen der vielen Abwechslungen die diese Runde zu bieten hat. Wenn man Zeit und Lust hat kann man noch zu den Conness Lakes aufsteigen. Ein enger Pfad führt an Greystone Lake vorbei hinauf zu diese Juwelen. Hat man immer noch nicht genug dann geht es weiter auf den North Peak, der bereits im Yosemite National Park liegt. Es gibt auf dieser Runde viele kleine Abzweigungen und Wege und so kann man gut einen ganzen Tag dort verbringen. Zurück geht es wieder mit dem Wassertaxi. Ein echter Geheimtipp, den die meisten Touristen wissen gar nicht dass es dieses Gebiet hier gibt. 


Vom Yosemite Valley zum Merced Lake

Entlang des Merced Rivers kurz vor dem See
Entlang des Merced Rivers kurz vor dem See

Wenn es eine Tagestour gibt die so gut wie alle unsere Rekorde hält das ist es unser Tagesausflug von Happy Isle im Yosemite Valley entlang des Merced Rivers zum Merced Lake. Eigentlich eine Übernachtungstour, aber wir wollten es an diesem Tag wissen. Es war unsere Hochzeitsreise und wir waren voller Energie. Noch vor Sonnenaufgang ging es los und wir waren erst kurz vor Sonnenuntergang wieder im Camp Curry. Es waren knapp 40 Kilometer und 1.500 Höhenmeter und davon musste wir knapp 700 auf den letzten Kilometer von Nevada Falls zurück ins Tal absteigen. Es war eine lange Tour aber der Weg durch das Merced River Tal ist genial, überall Granit und die Spuren die Eis und Wasser hinterlassen haben. Ich empfehle aber eine Nacht im Merced Lake High Sierra Camp zu übernachten (entweder im Camp oder auf dem Zeltplatz hinter dem Camp) und die Tour somit auf zwei Tage aufzuteilen.

Es war diese Wanderung sowie jene zu Cloud Rest (folgt als nächste Tour), unser erster Badeausflug an den Tenaya Lake und der erste Spaziergang über das Tuolumne Meadows was unsere Faszination mit Yosemite National Park ausgelöst.


Von Tenaya Lake nach Clouds Rest

Blick von Clouds Rest ins Yosemite Valley
Blick von Clouds Rest ins Yosemite Valley

Nach einem Ausflug zu Mono Lake fuhren wir auf dem Rückweg zum Baden an Tenaya Lake und dort sahen wir Clouds Rest in der Ferne und wollten auf diesen Gipfel. Es gibt zwei Optionen, um ihn zu erklimmen, und zwar von Yosemite Valley aus oder eben von Tenaya Lake. Von Yosemite Valley aus ist es ein harter Aufstieg inmitten von Menschenmassen auf dem Weg zu Half Dome und Nevada Falls. Wir entschieden uns für die Variante von Tenaya Lake aus mit 19 Kilometern und 800 Höhenmeter.  

Wir wussten das der Blick toll sein soll, aber wenn man oben auf Clouds Rest steht und Richtung Yosemite Valley blickt bleibt einem der Atem stehen. Man sieht fast das gesamte Tal mit Half Dome, Quarter Dome, North Dome und sogar den oberen Bereich des El Capitan. blickt man nach Norden sieht man Tenaya Lake, Cathedral Peak und die Gipfel im Nordosten des Parks bis Mount Conness. Der Blick Richtung Osten lässt einen auf den Merced River blicken mit Vogelsang Peak, Mount Florence und mit Mount Lyell im Hintergrund. Richtung Süden ist es Mount Clark bis Red Peak und die umliegenden Gipfel. Es gibt meiner Meinung nach kaum einen besseren Aussichtsberg im Yosemite, Clouds Rest ist einfach zu erreichen, einsam, hoch gelegen und sehr zentral, besser geht es kaum. Ein 360° Rundblick auf die Gipfel des Yosemite National Parks. Oben auf Clouds Rest entscheiden wir uns auch Richtung Merced Lake zu wandern (Tour davor). 

Wieder an Tenaya Lake angekommen blieben wir, um zu schwimmen. Ein absolutes Highlight bei jedem unserer Besuche im Yosemite National Park war schwimmen in Tenaya Lake. 


Vogelsang Lake und das Vogelsang HSC

Vogelsang Lake
Vogelsang Lake

Vogelsang Lake und das ganze Gebiet um das Vogelsang High Sierra Camp kommt in meinem Blog immer wieder vor, es ist mit Abstand unser liebster Platz im Yosemite. Immer wieder zog es uns in dieses Gebiet und jedes Mal freuen wir uns wieder dorthin zu wandern. 

Vom Tuolumne Meadows Campground aus sind es hin und zurück etwas mehr als 27 Kilometer und 600 Höhenmeter, es ist schon eine lange Tagestour, aber sie zahlt sich aus. 

Man kann neben Vogelsang Lake direkt am Camp zu Fletcher Lake wandern, weiter zu Townsley Lake und über Felsen hinauf bis Hanging Basket Lake. Auch Evelyn Lake ist nicht weit vom High Sierra Camp entfernt. Vogelsang Peak kann man von Vogelsang Pass (nach Vogelsang Lake) aus besteigen. Am liebsten war uns die Wanderung zu Townsely Lake sowie Vogelsang Lake und Vogelsang Pass. Es ist einfach ein Atemberaubendes Gebiet mitten im Yosemite National Park.


Zion National Park

Zion National Park war unsere #2 unter den National Parks. Wie im Yosemite National Park gibt es hier kaum Ecken, in denen wir nicht unterwegs waren. Seit meinem ersten Besuch 1994 bin ich von diesem Park fasziniert und so kamen wir immer und immer wieder. Damals war es ein kaum besuchter Park abgelegen von den klassischen Touristenrouten. Heute ist es einer der am meisten besuchten National Parks. Der Vorteil, wenn man in Kalifornien wohnt ist das man nicht unbedingt im Sommer in diesen Park muss. Wir waren vor allem im Frühling und Herbst im Park, wenn es noch nicht so heiß ist und auch die Gefahr von Gewitter und damit verbundenen Sturzfluten gering. 

Basecamp war für uns immer der South Campground am Fuße des Watchman. Von hier aus haben wir den Bus genommen und somit konnten wir das Auto meistens stehen lassen. Man hat einen super Blick auf Mount Kinesava und The West Temple. Wie Tuolumne Meadows im Yosemite National Park war der South Campground im Zion National Park einfach nur genial.

 

Neben den nachfolgend beschriebenen Touren waren wir auch öfters im Kolob Canyon, im Nordwesten des Parks, unterwegs. Man muss ein Stück fahren, aber es zahlt sich aus denn meistens Tagestouristen fahren daran vorbei. Wenn es heiß war sind wir gerne an das Kolob Reservoir nördlich des Parks gefahren. Die Fahrt dorthin ist sehr schön (und auch die Zufahrt für einige der besten Touren im Park wie der West Rim Trail und Left Fork/Subway). Im Schatten des Kolob Peak ist es am Reservoir einige Grad kühler.

Slotcanyons haben es uns angetan und neben der Left Fork/Subway (die wir zwei Mal gemacht haben) sind wir die gesamten Virgin River Narrows von Top to Bottom durchgelaufen (das ist eine lange Tagestour) und haben auch den Orderville Canyon durchstiegen. Beides Male beginnt man außerhalb des Parks und braucht ein Wandertaxi, um zum Ausgangspunkt zu kommen. Achtung, man braucht Permits und in diesen Canyons zu wandern, die richtige Ausrüstung sowie unbedingt auf das Wetter achten. Sturzfluten sind eine tödliche Gefahr vor allem in den Monaten Juni bis September. Auch im Osten des Parks gibt es viele tolle Wanderungen und meistens ist man in diesem Gebiet alleine unterwegs. Das Einzige, das wir bisher im Zion National Park nicht gemacht haben, sind Backpacking Touren Übernacht. 

West Rim Trail

Unterwegs auf dem West Rim Trail
Unterwegs auf dem West Rim Trail

Der West Rim Trial ist 23 Kilometer lang und hat neben 1.600 Höhenmeter Abstieg auch 600 Höhenmeter Aufstieg. Man muß öfters kleinere Canyons umwandern und sollte schwindelfrei sein. Es ist eine One Way Tour und entweder man nutzt zwei Autos oder ein Wandertaxi. Wir haben ein Wandertaxi zum Ausgangspunkt gebucht und vom Endpunkt kommt man mit dem Bus wieder zurück zum Campground. 

Die Tour selber ist ein absoluter Hammer. Man wandert zuerst ein Stück eine Hochebene entlang, bis man an den Canyon kommt, immer wieder wandert man den Rand entlang und hat so atemberaubende Blicke auf den Canyon und umliegende Bergen. Man bekommt vor dem Abstieg einen ähnlich tollen Ausblick wie von Angels Landing aber ohne die Menschenmassen. Hat man Zeit und Lust kann man auch noch auf Angels Landing aufsteigen. Es ist eine Tagestour und man sollte früh morgens los den Schatten hat es kaum.


Observation Point

Blick von Observation Point auf Angels Landing und den Canyon
Blick von Observation Point auf Angels Landing und den Canyon

Wenn es einen Punkt gibt, von dem man aus weit über den Zion National Park sehen kann, dann ist es Observation Point. Der Name ist Konzept denn von hier aus sieht man nicht nur in den Canyon, sondern auch auf Angels Landing. Observation Point ist wenig begangen, viele zieht es zu Angels Landing jedoch wie Clouds Rest im Yosemite einen besseren Ausblick bietet als Half Dome so ist es hier mit Observation Point im Vergleich zu Angels Landing. Wir waren zwei Mal auf Observation Point, und kein einziges Mal auf Angels Landing, uns war da einfach immer viel zu viel los. 

Observation Point hat es aber in sich. Es sind zwar nur 11 Kilometer hin und zurück jedoch überwindet man über 1.600 Höhenmeter hinauf und wieder hinunter. Es geht zeitweise sehr steil bergauf. Oft auf Wegen die in den Fels geschlagen wurden und sich in Serpentinen die Hang hoch schlängeln. Von oben bekommt man einen guten Blick auf was man gerade hinter sich gebracht hat. Man ist viel in der Sonne und es ist trocken, es kann somit zeitweise eine ganz schöne Qual werden. Beides Male hatte ich einen Kindertrage auf dem Rücken und frage mich heute noch, wie ich das geschafft habe. 

Es empfiehlt sich früh morgens loszugehen, so entgeht man die Hitze beim Aufstieg und kann oben viel Zeit verbringen, denn das zahlt sich aus. Nur vom West Rim Trial haben wir zeitweise solche Ausblicke gehabt. Nach dem Abstieg hat es uns immer zum Füße baden und entspannen an den Virgin River gezogen. Es ist eine harte aber unglaublich tolle Tour denn um jeder Ecke wartet eine Überraschung. 


The Subway (Left Fork)

The Subway
The Subway

Eine unser absoluten Lieblingstouren. Ein echter Slotcanyon mit Pools die je nach Jahreszeit mehr oder weniger voll sind. Man muss sich mehrmals abseilen und durch enge dunkle Slots schwimmen. Springen sollte man nur wenn jemand vorher in den Pool abgestiegen ist denn manche sind nicht sehr tief. Der Zustieg in die Left Fork ist nicht einfach da es keine markierte Tour ist. Der Einstieg in den Canyon ist nicht leicht zu finden und steigt man falsch ab kann man schnell oberhalb steiler Wände enden. Man sollte sich die Beschreibung genau durchlesen und bei den Rangers nachfragen. Ohne Permit geht hier nichts, somit muss man sowieso zur Rangerstation. Ausrüstung, wie Wetsuits und die richtigen Schuhe, kann man sich im Ort leihen. 

Bei unserem ersten Mal war es bereits Oktober und kalt, der Canyon war mit viel Wasser gefüllt und so nutzen wir Drysuits. Es war so kalt, dass unsere Kamera nicht mehr wollte und wir kaum Bilder haben. Das zweite Mal sind wir im September durch die Left Fort gestiegen, es war wärmer und der Wasserstand niedriger. Es reichten Wetsuits, was auch einfacher in der Handhabung war. 

Die Subway ist am Ende des Slotcanyons, danach hat man noch ein langen Weg zurück zum Parkplatz vor sich. Auch hier braucht man entweder zwei Fahrzeuge oder nutzt ein Wandertaxi. Es sind zwar nur etwas mehr als 12 Kilometer, aber man kommt nicht schnell voran. Man steigt fast 900 Meter ab und muss 300 Meter aufsteigen (das Meiste am Ende, um wieder auszusteigen). 

 

Es ist aber keine Tour für Anfänger. Wir waren davor bereits in den Narrows mehrmals unterwegs (einmal komplett durchgelaufen) sowie im Orderville Canyon. Erfahrung im Canyoneering habe ich aus meiner Heimat Österreich. 

Wer früh morgens losgeht hat weniger Leute vor sich aber besseres Licht hat man später am Tag (wenn die Sonne hoch steht dann schafft sie es auch in den Canyon). Auf keinen Fall bei drohenden Gewitter (vor allem am Oberlauf des Canyons) einsteigen denn in der Left Fort gibt es so gut wie keine Stellen, wo man einer Sturzflut entkommen kann. Das gilt für alle Slots! Es gibt viele tragische Geschichten rund um die Slotcanyons des Zion National Parks. Klapperschlangen haben wir im Zion öfters angetroffen, auch darauf sollte man achten. Wer im Westen der U.S.A. in der Natur unterwegs ist bewegt sich in wahrer Wildnis, anders als in den Alpen.


Es sind nicht die Alpen; und das ist gut so

Grand Teton National Park
Grand Teton National Park
Arches National Park
Arches National Park

Vor allem auf unseren Touren in den Sierras und den Rocky Mountains wurden wir von Einheimischen immer wieder gefragt, ob die Berge hier so schön wie die Alpen sind. Zuerst wussten wir oft nicht was wir antworten sollten aber nach einigen Touren viel uns das leicht. Nein, es ist hier nicht wie in den Alpen und das ist gut so. Die Berge im Westen der U.S.A. sind einfach anders aber mindestens genauso wunderschön. Es fällt einem aber hier viel leichter Ruhe zu finden was in den Alpen mittlerweile schwer ist. Oft sind die Einheimischen hier neidisch auf das Hüttensystem in den Alpen aber ehrlich gesagt vermisse ich es mit dem Zelt in der Wildnis unterwegs zu sein. Hier kann man von Gipfeln oft weit und breit keine Stadt oder Siedlung erkennen, das habe ich bei mir zu Hause in Österreich selten gefunden. Nachts sieht man so viele Sterne denn es gibt kaum Störlicht, auch das sucht man in den Alpen oft vergebens. Und das Permit System sorgen dafür das die schönsten Gebiete durch eine strenge Limitierung auch so schön bleiben.  Somit kann man klar sagen, dass die Berge im Westen der U.S.A. den Alpen nichts nachstehen, in einigen Bereichen sind vor allem die Schutzgebiete (National Parks und State Parks sowie National Forest, usw.) unseren weit voraus.

 

Between every two pines is a doorway to a new world. John Muir

 

Familientauglich auch mit jüngeren Kindern (und Eltern mit Kindertrage) sind folgende Touren:

  • Fairyland Loop Trail
  • Lost Palm Oasis
  • Lake Basin Loop
  • Clouds Rest (langer Tag)
  • Vogelsang Lake (langer Tag)

 

Ältere Kinder schaffen auch diese Touren:

  • Flattop Mountain and Hallett Peak
  • Sawtooth Pass (langer Tag)
  • West Rim Trail
  • Observation Point

Es gibt ein paar Punkte die man beim Wandern (und Backpacking) in den U.S.A. und Kanada (vor allem im Westen) beachten sollte, vor allem wenn Kinder mit dabei sind. Gerade das Verhalten in Bärengebieten muss vorher besprochen werden. Dabei unterscheidet man zwischen Schwarzbär-und Grizzlygebieten. Bären sind generell scheu und kommt eine Familie vorbei dann sorgt die Lautstärke dafür das Bären schon lange vorher Reißaus nehmen. Am Besten, ist sich immer Bemerkbar zu machen. Regel #1 ist nie in einen Kontakt mit einem Bären zu kommen eben alles zu tun das man nie in diese Situation kommt. Kommt es zum Nahkontakt wird es schwierig und der Spaß hört ganz schnell auf. Näheres kann man im Internet nachlesen oder bei den Rangers vor Ort erfragen. 

Vor allem mit kleineren Kindern sollte man in Berglöwen Gebieten (auch bekannt als Mountainlion und Cougar) achtsam sein. Alles in Augenhöhe und manchmal sogar etwas größer ist für diese Grosskatze interessant. Kleinere Kinder sollten immer zwischen Erwachsenen wandern und sich nie von der Gruppe entfernen (immer in Reichweite bleiben). In der Dämmerung sollte man doppelt achtsam sein. Für Bären, Bobcats und Berglöwen gilt gleichermaßen - immer von Jungtieren weit wegbleiben, denn die Mutter ist nie weit.

Schlangen gibt es einige, Klapperschlangen kommen auch in den Wäldern Kaliforniens vor, in der Wüste sowieso. Festes auftreten, nicht Laufen und auf Hindernisse vorher hinauf- aber nie direkt darübersteigen sind wichtige Vorsichtsmaßnahmen. Augen und Ohren auf, die Klapperschlange lässt einen wissen, wenn man ihr zu nahekommt.

Nagetiere wie Mäuse können unangenehmen Krankheiten übertragen, nicht in die Nähe gehen und vor allem von Kot fernhalten. Leider breitet sich das West Nil Virus immer weiter aus und somit sollte man sich vor Moskitos schützen. 

Schnell ist man in entlegenen Gebieten unterwegs und dann gibt es keinen Handy Empfang mehr. Bescheid geben, wohin man geht (Notiz im Auto hinterlassen) oder alternative Kommunikationsmöglichkeiten mitnehmen (Garmin InReach z.B.).

Immer genug Wasser dabeihaben und Wasser nicht unbehandelt aus Gewässern trinken. Es gibt eine Reihe an handliche Filter, die man mitnehmen kann (MSR Trail Shot z.B.). Der Wasserverbrauch ist vor allem im Südwesten weit höher als wir es gewohnt sind, schnell ist ein Liter weg und oft gibt es im Sommer kein Wasser mehr. Auch in den Bergen kann es lange Strecken kein Wasser geben.

Die Sonne ist im Südwesten unbarmherzig und je höher man kommt desto kritischer wird es. Man sollte neben ausreichend Sonnencreme (mit hohem Schutzfaktor) immer Kleidung dabei haben die als Sonnenschutz dienen kann. Sonnenhut und Sonnenbrille immer einpacken. 

 

All das soll aber keine Angst machen, sondern klar machen, dass die Berge im Westen der U.S.A. und Kanada nicht die Alpen sind. Es ist Wildnis und mit etwas Achtsamkeit wird jeder Ausflug zum tollen Abenteuer für die ganze Familie. 

Weitere coole Touren und Gebiete