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Vilsalpsee - Schrecksee Runde, zur Mindelheimer Hütte und zu den Gaisalpseen.

Früh morgens am Vilsalpsee
Früh morgens am Vilsalpsee

Neben den beiden Trekking Touren im Schwarzwald zog es uns diesen Sommer zum Wandern ins Allgäu. Während unserer Woche im Allgäu ging es auf drei Wanderungen. Unsere erste Tour ging von Reichenbach zu den beiden Gaisalpseen, die zweite war eine große Runde vom Vilsalpsee via der Landsbergerhütte zum Schrecksee und weiter zum Vilsalpsee. Die dritte Tour ging vom Schwendle (Mittelberg) durch das Wildental und via der Kemptner Scharte zur Mindelheimer Hütte und zurück. 

Unser Kleinster war in der Trage, der Rest der Kinder, auch unsere 5 jährige, wanderten voller Elan und ließen uns zum Teil alt aussehen. 

Das rot markierte Wege sich stark unterscheiden können haben wir dieses Mal wieder festgestellt. Die Wanderung zum oberen Gaisalpsee ist wie die Tour vom Schwendle via der Kemptner Scharte zur Mindelheimer Hütte rot markiert und die Beschreibungen geben nicht immer das wieder was einen erwartet. Die Wanderung von Reichenbach zu den beiden Gaisalpseen und zurück ist eher dunkelblau bzw. an der unteren Skala der roten Touren anzusiedeln wobei die Tour vom Schwendle zur Mindelheimer Hütte und zurück (beides Mal via der Kemptner Scharte) eher tief dunkelrot einzustufen ist. Die Unterschiede kann man auf den Karten erkennen bzw. es empfiehlt sich vorher im Internet die Touren zu suchen (z.B. auf Outdoor Active oder Bergfex) wo man oft auch Bilder finden kann. Längere ausgesetzte Stellen und steile steinige Wege können vor allem mit Kindern zur Herausforderung werden. Das hängt natürlich auch von der Erfahrung und Trittsicherheit der Einzelnen ab und muß jeder für sich entscheiden. 

Tipp: Wenn man in den Schulferien oder an verlängerten Wochenenden im Allgäu Wandern möchte dann zahlt sich ein früher Start aus. Schnell füllen sich die Parkplätze und auch Wanderwege mit Gleichgesinnten. Um zu den Gaisalpseen zu wandern erreichten wir den Parkplatz gegen 9:00 Uhr und haben den letzten Stellplatz direkt am Ausgangspunkt bekommen. Auch war der Weg schon sehr voll und es wurde an den engen Stellen noch enger. Am Vilsalpsee waren wir dann schon vor 8:00 Uhr wie auch im Schwendle um zur Mindelheimer Hütte zu wandern. Das war dann weit entspannter was Parkplätze und auch die Wege betrifft. Vor allem wenn man längere Wanderungen vor sich hat hilft ein früher Start alles etwas entspannter anzugehen. 

Hinweis auf Werbung: In meinen Berichten finden sich Marken bzw. deren Produkte sowie Links unter anderem zu Marken und Anbietern die ich auf meinen Reisen und/oder für meine Bewertungen genutzt habe. Diese Produkte habe ich alle selbst gekauft. Dabei handelt es sich um eine freiwillig Marken-Verlinkung. 


Vilsalpsee - Landsberger Hütte - Schrecksee - Vilsalpsee Runde

Westl. Lachenjoch mit Blick Richtung Westen
Westl. Lachenjoch mit Blick Richtung Westen

Diese Runde hatten wir schon länger ins Auge gefaßt aber waren uns nicht sicher ob wir es alle gemeinsam schaffen können. So nahmen wir uns als erstes Ziel das Westliche Lachenjoch vor und stoppten davor auf der Landsberger Hütte. Diese erreichten wir weit früher als gedacht und so entschieden wir die Runde ganz zu gehen. Mit knapp 18 Kilometern sowie über 1.100 Höhenmeter Auf- wie auch Abstieg wurde es am Ende ein langer Tag. Luca lief seinen ersten echten Bergkilometer von der Hütte zum Joch selbst und Nina die ganze Runde. 

Bis um Joch war relativ viel los, danach waren wir fast alleine unterwegs. Erst am Schrecksee wurde es, wie erwartet, sehr voll aber danach auf dem Weg zurück um Vilsalpsee trafen wir kaum Wanderer. Diese Runde verbindet einige der tollsten Gegenden in diesem Gebiet und ist in vielen Bereichen wenig begangen. Es ist ein langer Tag mit ein paar ausgesetzten Stellen auf dem Weg zum Kirchendachsattel (Richtung Schrecksee) sowie am Übergang zur hinteren Schafwanne (vom Schrecksee kommend). Das letzte Stück am Abstieg zur Vilsaple zieht sich und geht steil bergab. Ansonsten ist der Weg gut zu gehen. 

Wir hatten tolles Bergwetter mit unglaublicher Fernsicht. Wir waren für die große Runde ausgestattet aber hatten eine Plan B. Die Runde in diese Richtung zu gehen denken wir ist besser, wegen der Plan B Option aber auch dem langen steilen Anstieg vom Vilsalpsee zur hinteren Schafwanne wenn man es in die andere Richtung geht (was vor allem für die Motivation von Kindern zum Test werden kann). Eine unglaublich tolle Tour. Durch die kleinen Kinder hatten wir dann nicht soviel Zeit am Schrecksee wie erhofft aber der Weg ist ja das Ziel und da Luca Spaß am selber Wandern hatte war dieses Erlebnis jede Verspätung wert. 


Vom Schwendle durchs Wildental zur Mindelheimer Hütte

Mindelheimer Hütte, unser Ziel für diese Tour
Mindelheimer Hütte, unser Ziel für diese Tour

Eine echte Hammer Tour in mehrere Hinsicht. Wie in der Einleitung bereits erwähnt ist diese Variante eine echte Herausforderung und sollte nur mit erfahrenen Kindern bzw. von eingespielten Familiengespanne gegangen werden. Hin- und Retour waren es etwa 13 km mit etwas mehr als 1.000 Höhenmeter. Die relativ geringe km Zahl täuscht denn sei bedeutet das es meisten steil bergauf bzw. bergab geht. Vor allem der Anstieg von der Hinterwildenalpe auf die Kemptner Scharte hat es in sich. Steil, steinig und man braucht immer wieder seine Hände. Einige Stellen sind mit Seilen gesichert und an ein paar Stellen ist der Weg sehr eng. Man muß auf seinen Tritt achten sowie auf andere Wanderer die entgegenkommen oder gar überholen wollen. Auch der Bereich zwischen der Fluchtalpe und der Hinterwildenalpe hat rutschige Stellen. 

Auf der Hütte angekommen waren die Kinder guter Laune und hatten, zum Glück, immer noch eine Menge an Energie. Wir merkten schnell das Familien wie unsere eher selten auf der Mindelheimer Hütte gastieren und so mancher ausgelassener Freudentaumel andere Wandergruppen bei Ankunft an der Hütte endeten als man uns entdeckte. Das ist schade, denn jeder der eine Wanderung macht, vor allem eine mit solchen Rundblicken, sollte es einfach genießen. Es ist kein Wettkampf sondern ein Tag in den Bergen. Erst auf dem Rückweg trafen wir dann auf Wanderer die beeindruckt waren und unsere Kinder lobten. Das tat ihnen, nach der doch komischen Stimmung auf der Hütte, so richtig gut. Das war aber auch das erste Mal das wir so etwas erlebten, normalerweise sind Familien mit Kindern immer willkommen. Am Abstieg kam uns dann eine andere Familie, ähnlich wie wir, entgegen und alles war wieder gut. 

Das Hochtal nach dem Abstieg von der Kemptner Scharte noch vor der Hinterwildealpe ist perfekt für eine lagen Pause und wir blieben fast zwei Stunden an dieser Stelle. Kinder spielten im Bach oder legten sich in die Wiese um in der Sonne die Ruhe zu genießen. Es war der perfekt Abschluss dieser Tour. Noch mußten wir aber den Rest absteigen und wie immer zogen sich die letzen km bis zum Auto dann doch. 

Die Tour ist bei Regen allgemein nicht zu empfehlen. Viele rutschige Stellen können bei Nässe echt gefährlich werden. Man ist auch Gewittern schutzlos ausgesetzt. Also auf jeden Fall die Wettervorhersage genau checken. Aufgrund des Mindelheimer Klettersteigs ist es ein vielbegangener Weg. Man kann an der Fluchtalpe anstelle zur Mindelheimer Hütte auch zur Filderepasshütte aufsteigen, diese Tour steht bei uns noch auf der Liste. 


Von Reichenbach zu den beiden Gaisalpseen

Der untere Gaisalpsee
Der untere Gaisalpsee

Es war bereits unser drittes Mal zu den Gaisalpseen aber das erste Mal mit allen vier Kindern. Es ist eine gute Tour für Kinder mit einer Kletterstelle die ein Seil hat. Ansonsten sehr gut zu gehen. Leider ist es wohl einer der meist begangenen Wanderwege im Allgäu und entweder man geht wirklich früh los oder, wenn einem die Sonne am Aufstieg nichts ausmacht, eher später im Tag. Da die meisten Richtung Rubihorn gehen hat man den Weg zum oberen Gaisalpsee fast für sich alleine. Es war eine unsere ersten Touren im Corona Jahr 2020 und es war ungewohnt plötzlich so viele Leute um sich zu haben. Den Kinder merkte man das mulmige Gefühl an. Aber als wir dann einen ruhigen Platz ab der Massen gefunden hatten konnten sie endlich relaxen und einfach entspannen. Wir hatten etwas gemischtes Wetter aber am Ende doch wieder viel Sonnenschein. 

Es sind zwar nur knapp 10 km aber mit den fast 1.000 Höhenmeter hat die Tour es doch in sich. Ein guter Test bevor man größere Touren plant. Auf dem Rückweg sind wir dann an der unteren Richteralpe eingekehrt. Wir hatten Masken dabei und somit war das kein Problem. Die Kinder hatten es sich echt verdient. Ein tolles Gebiet aber leider sehr überlaufen. 


Die Allgäuer sowie Lechtaler Alpen sind wunderschön und es gibt unzählige Wanderungen in diesem zwei Länder Gebiet. Es ist für jeden etwas dabei egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener. Für Familien mit Kinder gibt es so viel zu erleben das einem, egal welches Wetter, nicht langweilig wird. Ein Favorit unsere Kinder ist das Alpsee Gebiet mit dem Coaster und Kletterwald Bärenfalle. Aber auch die Skisprung- sowie Skiflugschanze in Oberstdorf sind einen Besuch wert. Auch ein Ausflug nach Balderschwang ist jede Minute wert. Und den besten Kaiserschmarren hatte wir im Kleinwalsertal.